Das Stadtarchiv: Gedächtnis für über 800 Jahre Stadtgeschichte

Das Stadtarchiv versteht sich als „Gedächtnis der Stadt Lippstadt“, als Ort der Begegnung mit vergangenen Zeiten und der Geschichtsarbeit. Die ältesten Bestände sind die städtischen Privilegien aus dem frühen 13. Jahrhundert - genauso alt wie die Stadt selbst. Das Stadtarchiv birgt rechtlich und historisch bedeutsames Schriftgut aus der Tätigkeit von Rat und Verwaltung in 800 Jahren Stadtgeschichte. Über die Jahrhunderte ist ein Archivfundus im Gesamtumfang von ca. anderthalb Regalkilometern entstanden. Dieser Bestand wächst durch  Aktenübernahmen aus der Stadtverwaltung und durch Deponierung weiterer Archivbestände von Lippstädter Vereinen, Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen kontinuierlich an. Bedeutsame Archivalien sind beispielsweise die Stadtrechtsurkunde von etwa 1220, die Akten über Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts und das umfangreiche Bild- und Filmarchiv des Lippstädter Fotografen Walter Nies, der seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehrere Jahrzehnte lang in Lippstadt filmte und fotografierte.

Seit 1983 wird das Stadtarchiv hauptamtlich geleitet, seit 1991 besitzt es ein eigenes Haus in der Soeststraße mit Magazin- und Büroräumen, einem großzügigen Lesesaal, der auch für Vorträge genutzt werden kann, einem weiteren Seminarraum sowie einer kleinen Ausstellungsfläche im Eingangsbereich.  Besucherinnen und Besuchern, die das Stadtarchiv mit verschiedensten Fragen aufsuchen, steht der Lesesaal während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Sie können das Archivgut einsehen, sofern nicht datenschutzrechtliche Bestimmungen oder restauratorische Gründe dagegen sprechen, und die reichhaltige Präsenzbibliothek mit etwa 10.000 Bänden nutzen.

Die besonderen Services und Aufgaben des Stadtarchivs Lippstadt

Das Stadtarchiv versteht sich als Anlaufstelle für Menschen mit Lippstädter Wurzeln, die nach ihren Vorfahren suchen, um einen Stammbaum zu erstellen. Das erfordert viel Zeit und Geduld und manchmal aufwendige Recherchen. Das Stadtarchiv ist erster Anlaufpunkt für Suchende und gibt Tipps für die weitere Recherche. Ratsuchende sollten alle vorhandenen Unterlagen (z.B. Familienstammbücher, Fotos, Briefe  und alle Ihnen bekannten Namen und Daten) mitbringen. Weitere Informationen zur Familienforschung im Stadtarchiv finden Sie auch hier

Das Stadtarchiv beherbergt viele Archivalien, die mit der Lippstädter Firmen- und Vereinsgeschichte zusammen hängen. Wer anlässlich eines Jubiläums recherchiert und eine Chronik erstellen möchte, kann hier fündig werden. Wir beraten auch gern bei der Erstellung von Jubiläumsschriften. Umgekehrt gilt: Wer Unterlagen von Lippstädter Vereinen besitzt, kann sie (bei Auflösung z.B.) ans Stadtarchiv abgeben – zur Aufbewahrung (als Depositum) oder als Schenkung. Immer vorausgesetzt: Die Unterlagen sind archivwürdig, d.h. für die Geschichte der Stadt Lippstadt bedeutsam. Das kann im Stadtarchiv geklärt werden.

Sie finden bei einer Haushaltsauflösung alte Briefe, Urkunden, Fotoalben, Plakate, Pläne? Oder vielleicht Gedenkmünzen, Medaillen, Anstecknadeln? Sprechen Sie uns an, bevor Sie diese Dinge wegwerfen – insbesondere, wenn sie einen Bezug zu Lippstadt haben. Möglicherweise sind gerade diese Dinge wertvoll für die Dokumentation der Stadtgeschichte.

Sie haben noch alte Feldpostbriefe Ihres Großvaters aus Stalingrad und benötigen Hilfe beim Entziffern? Oder verfügen über eine alte Urkunde in lateinischer Sprache? Wir helfen Ihnen beim Transkribieren und Verstehen – sowohl bei der Sütterlinschrift wie auch bei sämtlichen in Deutschland verwendeten Sprachen bis ins frühe Mittelalter zurück. Sollte es sich um umfangreiches Material handeln, verweisen wir auf unsere Gebührenordnung.

Gemeinsam mit der Volkshochschule bieten wir regelmäßig Kurse in Deutscher Schrift.

Begegnungen zwischen Kindern und Kulturschaffenden – ein ganzes (Grundschul-)Leben lang – das ist das Ziel des Projekts „Kulturstrolche“. Kulturinstitutionen öffnen ihre Tore und laden die Kulturstrolche – in Lippstadt sind das Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen - ein, auch einmal hinter die Kulissen zu blicken. Für sie gibt es ein abwechslungsreiches und hochwertiges Kulturangebot, das auf die spezifische Altersgruppe der Kulturstrolche abgestimmt ist. Hier gibt's weitere Informationen zum Landesprogramm Kulturstrolche NRW.

Wie ist eigentlich die Hexenverfolgung in Lippstadt abgelaufen? Welche Konsequenzen hatte die Reichspogromnacht  für die Lippstädter Juden? Wer solche Fragen aus dem Geschichtsunterricht genauer untersuchen möchte, ist hier richtig aufgehoben.  Das bedeutet für Lehrer und Schüler aus Lippstadt: Für besondere Projekte im Geschichtsunterricht stehen wir gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn es darum geht,  deutsche und europäische Geschichte auf lokaler Ebene zu betrachten. Wir stellen für alle Schulformen Material zusammen und ermöglichen gerade auch den Umgang mit Originaldokumenten aus der Vergangenheit. Wir beteiligen uns an den Projekten "Kulturstrolche" (für Grundschulen) und Bildungspartnerschaft "Archiv und Schule".

Sie interessieren sich für eine Führung durch das Stadtarchiv? Beim bundesweiten "Tag der Archive", der alle zwei Jahre im März stattfindet, sind alle Interessierten im Stadtarchiv willkommen.  Auf Anfrage bieten wir außerdem Gruppen die Möglichkeit, mit sachkundiger Begleitung unsere Räume zu besichtigen und alles über Aufgaben und Tätigkeiten eines Archivs zu erfahren. 

Sie benötigen einen Raum für eine Lesung, einen Vortrag oder eine private Feier? Das Stadtarchiv bietet in seiner Funktion als öffentliche Begegnungsstätte Bürgern und Vereinen die Möglichkeit, den Lesesaal für eine Veranstaltung zu buchen. Hier finden Sie unsere Benutzungsordnung  und die Gebührenordnung für das Steinwerk.

Der Heimatbund ist postalisch über das Stadtarchiv erreichbar. Die Sitzungen des Beirates finden einmal monatlich hier statt. Hier geht es zur Seite des Heimatbundes.

Gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Lippstadt gründete das Stadtarchiv im Mai 2003 den Arbeitskreis Frauengeschichte, da Frauen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in der offiziellen Geschichtsschreibung allzu häufig vergessen werden. Einmal im Monat treffen sich die Teilnehmerinnen und recherchieren, wie Frauen in vergangenen Zeiten in Lippstadt gelebt haben. Ihr erstes großes Projekt befasste sich mit den Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt, deren Schicksale durch den Arbeitskreis Frauengeschichte dokumentiert wurden. Weitere abgeschlossene Projekte sind "Frauenleben in Lippstadt. Ein Lesebuch"  sowie eine Broschüre mit dem Titel "Auf den Spuren der Frauen - Frauenstraßennamen in Lippstadt".

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