Ein Gerüst bis unters Dach - Sanierung in der Marienkirche schreitet voran

|   Topthemen

Lippstadt. Ein 15 Meter hohes Gerüst, ein kleiner Schwamm und viel Geduld: Seit Mai 2021 ist die Marienkirche in Lippstadt zur Innensanierung geschlossen. Statt Altar und Bänken für die Gläubigen nehmen nun 15 Meter hohe Gerüste den größten Platz im Innern der Kirche ein - momentan im östlichen Teil. Zur Begehbarkeit der Gerüste wurden zwei Treppenturmaufgänge montiert – die schweren Lasten werden über eine Rolle ins Gewölbe transportiert. Über das Gerüst gelangen die Restauratorinnen und Restauratoren zu den Gewölben und Wänden der Kirche, um diese von dunklen Verschmutzungen zu befreien und Risse zu bearbeiten

 

Gerade die Reinigung der empfindlichen Wandmalereien muss dabei sehr vorsichtig durchgeführt werden, wissen die Restauratorinnen Heike Wehner, Ramona Vinke, Annekatrin Küsterarend und Lisa Langhorst: Stück für Stück säubern sie die Wände und Malereien mit einem kleinen Schwamm. „Viele der Gewölbemalereien stammen aus dem 16. Jahrhundert. Damit sie nicht beschädigt werden, braucht man bei der Säuberung viel Geduld“, erklärt Dieter Mathmann vom Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz der Stadt Lippstadt.

 

Trotzdem befindet sich die Sanierung im Zeitplan „Bis jetzt läuft alles nach Plan, wenn es so weitergeht, sind wir wie vorgesehen im Herbst 2022 mit der Sanierung fertig“, betont Werner Lücke vom Ingenieurbüro Rohrberg. Bis dahin steht aber noch viel Arbeit an: Nach der Sanierung des Chors mit der Sakristei, dem nördlichen und südlichen Durchgang, des Küsterraums und des Querhauses steht im zweiten Bauabschnitt das Langhaus auf dem Plan. Dann wandert das Gerüst Stück für Stück durch die Kirche. Neben der Reinigung der Fassaden steht aber auch die Erneuerung der Technik noch an: Für die Kabelführung der verschiedenen Neuinstallationen, wie Lautsprecher und Netzwerkdosen, wird der vorhandene Bodenbelag aus Obernkirchener Sandstein partiell aufgenommen. Dabei werden auch beschädigte Platten im Randbereich ausgetauscht.

 

Auch die Fenster erhalten eine Reinigung. „Hier an diesem Fenster wurde eine Reinigungsprobe schon durchgeführt, es erscheint jetzt viel heller“, erklärt Werner Lücke. Auch an einigen Teilen der Gewölbe und Wände sind die Verschmutzungen bereits entfernt worden: „Der Vorher- Nachher-Vergleich kann sich sehen lassen“, freut sich Dieter Mathmann. Gerne hätte man diese Fortschritte einem größeren Publikum im Rahmen des „Tag des offenen Denkmals“ vorgestellt, aber: „Die Baustelle und das Gerüst sind recht eng und daher unter Coronabedingungen nur sehr schwer begehbar“, so Dieter Mathmann.

 

Über den Fortschritt in der Marienkirche wollen die Beteiligten aber natürlich regelmäßig informieren. Möglicherweise sei auch ein Baustellen-Gottesdienst machbar, stellt Pfarrer Thomas Hartmann in Aussicht. Denn neben ihrer Funktion als Lippstädter Wahrzeichen und Denkmal sei die Marienkirche vor allen eins: Eine Kirche und damit Treffpunkt einer Gemeinde – da sind sich Pfarrer Thomas Hartmann, Küster Carsten Hess und der Vorsitzende des Presbyteriums Alexander Tschense einig.

Die Sanierung schreitet voran: (v.l.n.r.) Pfarrer Thoma Hartmann, Alexander Tschense, Küster Carsten Hess und Dieter Mathmann von der Stadt Lippstadt tauschen sich regelmäßig mit Bauingenieur Werner Lücke (Ingenieurbüro Rohrberg) und Andreas Ahlers (Firma ars colendi) über den Fortschritt aus. Foto: Stadt Lippstadt
Die empfindlichen Malereien erstrahlen durch eine vorsichtige Säuberung im neuen Glanz. Mit einem Schwamm arbeitet sich Restauratorin Annekatrin Küsterarend vorsichtig vor. Foto: Stadt Lippstadt
 Nach der Reinigung erscheint das hintere Fenster gleich viel heller. Foto: Stadt Lippstadt
Das Gerüst erstreckt sich bis unters Dach. Foto: Stadt Lippstadt
Malereien im Gewölbe der Marienkirche. Foto: Stadt Lippstadt