Ein Tag in der Corona-Krise - Stadtmuseum startet Schreibaufruf

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Lippstadt. Start in ein wissenschaftliches Projekt: Das Stadtmuseum Lippstadt startet einen Schreibaufruf unter dem Motto „Mein Tag in der Corona-Krise“.

 

„Wir möchten Geschichten aus dem Alltag in der Corona-Krise sammeln und für nachfolgende Generationen archivieren“, erklärt Museumsleiterin Dr. Christine Schönebeck. Angelehnt an ähnliche Aufrufe in der Vergangenheit - beispielsweise den Sammlungsaufruf der Volkskundlichen Kommission für Westfalen - sucht das Museum Einblicke in den Alltag von Lippstädterinnen und Lippstädtern während der Krise. „Erzählen Sie uns, wie Ihr Alltag allein und mit anderen aussieht: Wer hat Sie geweckt? Wo und was haben Sie gefrühstückt? Wie war Ihr Arbeitstag? Was hat Sie beschäftigt - Gedanken, Ängste, Hoffnungen, Zuversicht? Was hat sich verändert in der Corona-Krise? Was planen Sie für die Zukunft?“, erläutert Dr. Christine Schönebeck den Aufruf. Egal ob detaillierte Protokolle oder nur die wichtigsten Abschnitte des Tages - jeder Beitrag sei willkommen.

 

„Uns ist wichtig, für die Nachwelt festzuhalten, wie der Alltag der Menschen aussieht. Alles, was nicht in den Geschichtsbüchern steht, ist oft nach einer Generation vergessen. So wissen wir schon heute nicht mehr genau, wie der Alltag vor 50 Jahren aussah“, erklärt Schönebeck. Um in der Zukunft eine realistische Vorstellung von der Corona-Krise zu haben und für nachfolgende Generationen verständlich zu machen, was passiert ist, sei es wichtig jetzt Einblicke zu sammeln.

 

Damit das Stadtmuseum die Geschichten der einzelnen Einsendungen einordnen kann, werden einige Angaben benötigt: Wer dem Stadtmuseum einen Beitrag zur Verfügung stellt, sollte unbedingt Geschlecht, Geburtsjahr, Geburtsort, Wohnort, die Anzahl und das Alter der momentanen Mitbewohner, den Beruf und das Datum des ausgewählten Tages während der Corona-Krise angeben.

 

„Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, ob die eigene Geschichte mit Namen versehen wird oder anonym bleibt. Auch darf jeder Teilnehmer entscheiden, wann der Umschlag für wissenschaftliche Zwecke geöffnet und ausgewertet werden soll: Entweder nach zwei Jahren oder nach 50 Jahren“, betont Christine Schönebeck. Wessen Umschlag erst nach 50 Jahren geöffnet werden soll, der schreibt oben links eine "50" auf den Umschlag. „Abgesehen von Briefen darf natürlich auch weiteres Material mitgeschickt werden, zum Beispiel Fotos“, so Schönebeck. Alles was flach und aus Papier ist, kann archiviert werden.

 

Personen, die bei der Aktion mitmachen möchten, senden ihren Beitrag in einem geschlossenen Umschlag an Stadtmuseum Lippstadt, Rathausstraße 13,

59555 Lippstadt, mit dem Stichwort/Betreff: „Mein Tag“ oder werfen ihn einfach in den Hausbriefkasten in der Rathausstraße. Berichte können auch per Mail unter stadtmuseum@stadt-lippstadt.de zugesendet werden. E-Mails werden anschließend ausgedruckt und dann in Papierform archiviert.

 

„Ich freue mich sehr, wenn viele Lippstädterinnen und Lippstädter bei diesem spannenden Projekt mitmachen“, ermuntert Dr. Christine Schönebeck zur Teilnahme.