Spurensuche im Baltikum - 27. Ausgabe der „Lippstädter Spuren“ vorgestellt

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Lippstadt. Die „kleine Lippstadtbibliothek“ von Christof Sommer ist seit dieser Woche wieder ein bisschen gewachsen. Im Beisein von Vertretern des Heimatbundes Lippstadt, der Hansegesellschaft Lippstadt und des Fachdienstes Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt erhielt der Bürgermeister die neueste Ausgabe der „Lippstädter Spuren“. Das 27. Heft trägt den Titel „Die Westfälischen Wurzeln der gesellschaftlichen und staatlichen Entwicklung des Baltikums“ und ist entstanden vor dem Hintergrund eines Baltikumsymposiums, das im Juni 2016 in Lippstadt stattgefunden hat.

 

Die Veranstaltung, die ein Kooperationsprojekt von Heimatbund, Hansegesellschaft und der Stadt Lippstadt war, sei „sehr erfolgreich“ gewesen, wie Dr. Marlies Wigge, Vorsitzende des Heimatbundes Lippstadt, bei der Präsentation des aktuellen Spurenheftes betonte. Verschiedene externe Experten, wie der Archivar des Verbandes der Baltischen Ritterschaften und ehemaliger Leiter des Hauptstaatsarchives Hannover, Dr. Manfred von Boetticher, Archivar Hans-Martin Arnoldt und die lettische Historikerin Ruta Brusbarde, aber auch Fachleute aus den Reihen von Hansegesellschaft und Heimatbund wie Friedhelm Arnoldt und Hermann Grossevollmer sowie Stadtarchivarin Dr. Claudia Becker waren seinerzeit in ihren Vorträgen den verschiedenen Entwicklungslinien, die Westfalen und das Baltikum miteinander verbinden, nachgegangen. Die Frage, was die gesellschaftlichen und staatlichen Entwicklungen des Baltikums mit der Geschichte Lippstadts zu tun haben, wurde in den Beiträgen erörtert und wird in dem aktuellen Spurenheft von den Referenten noch einmal nachgezeichnet.

 

Die Entwicklung, die im Spurenheft dargestellt wird, reicht dabei von etwa 1200 bis ins 18. Jahrhundert – der Zeitraum, in dem das Baltikum in besonderer Weise von deutschen Kräften mitgestaltet wurde, wie Friedhelm Arnoldt in der Einführung zum Spurenheft schreibt. Bernhard II. – als „Baltikumbezwinger“ beschrieben – habe bereits um 1200 die Verbindungen zwischen dem westfälischen Raum und dem Baltikum hergestellt. Doch auch weitere Namen mit westfälischen Wurzeln wie Heinrich von Böckenförde, Wolter von Plettenberg und Gotthard von Kettler finden sich in der Geschichte des Baltikums wieder und fanden Eingang in die Erörterungen im Rahmen des Symposiums und der nun vorliegenden Dokumentation.

 

Es ist das erste Spurenheft unter der Leitung des neuen Schriftleiters Dr. Wolfgang Maron, der die Aufgabe von Hans Christoph Fennenkötter übernommen hat, der als Schriftleiter seit 1987 für 26 Spurenhefte verantwortlich gezeichnet hatte. Dass der aktuelle Band „recht bunt und aufwändig gestaltet ist“, so Dr. Marlies Wigge, liege an den zahlreichen Karten und Fotos, die den Texten beigefügt sind. Dank des Sponsorings von Volksbank Beckum-Lippstadt und der Hansegesellschaft kommen diese durch einen hochwertigen Druck gut zur Geltung. „Das ist ein absolut gelungenes Werk, in dem viel Arbeit steckt“, lobte daher auch Mathias Marx, Vorsitzender der Hansegesellschaft Lippstadt, um mit Blick auf das anstehende Weihnachtsfest zu ergänzen: „Das ist ein schönes Geschenk.“

 

Erhältlich ist das aktuelle Spurenheft zum Preis von zehn Euro im Stadtarchiv und im Stadtmuseum und in Kürze auch online über die Internetseite des Heimatbundes www.heimatbund-lippstadt.de

  

Die „Lippstadt-Bibliothek“ von Christof Sommer ist um ein Spurenheft reicher: Im Beisein von Vertretern des Heimatbundes Lippstadt, der Hansegesellschaft Lippstadt und des Fachdienstes Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt erhielt der Bürgermeister die 27. Ausgabe der „Lippstädter Spuren“. Foto: Stadt Lippstadt
Die „Lippstadt-Bibliothek“ von Christof Sommer ist um ein Spurenheft reicher: Im Beisein von Vertretern des Heimatbundes Lippstadt, der Hansegesellschaft Lippstadt und des Fachdienstes Kultur und Weiterbildung der Stadt Lippstadt erhielt der Bürgermeister die 27. Ausgabe der „Lippstädter Spuren“. Foto: Stadt Lippstadt