GIPFELTREFFEN

Chor- und Orchesterkonzert

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 und Chorfantasie op. 80

Arien aus Opern von L. v. Beethoven, A. Dvořák und C. M. von Weber

Matthias Kirschnereit, Klavier

Manuela Uhl, Sopran

Konzertchor Lippstadt

Nordwestdeutsche Philharmonie Herford

Leitung: Burkhard A. Schmitt

Als Beethoven mit fast vierzig Jahren sein 5. Klavierkonzert 1809 schrieb, war er schon fast vollständig taub. Als junger Virtuose hatte er seine Konzerte selbst gespielt und war auch für seine atemberaubenden Improvisationen berühmt geworden. Er vermochte aus einfachsten Ideen neue Melodien zu entwickeln und diese aus dem Stegreif einer Dramaturgie zu unterwerfen. Ihm reichten lediglich einzelne hingeschriebene Motive als Erinnerungsstütze. Fertige Kompositionen spielte er auswendig oder erfand ganze Passagen beim Spielen einfach neu. Sein op. 73 konnte er nicht mehr selbst aufführen. Daher musste jetzt jedes Detail für zukünftige Solisten in der Partitur festgehalten werden. Was ihm sicherlich nicht leicht fiel. „Ich bringe mein Leben elend zu. Seit zwei Jahren meide ich alle Gesellschaften, weil’s mir nicht möglich ist, den Leuten zu sagen, ich bin taub. Hätte ich irgendein anderes Fach, so ging’s noch eher, aber in meinem Fach ist es ein schrecklicher Zustand...“ (Brief 29. Juni 1801 an seinen Bonner Freund Dr. Wegeler). Völlig verzweifelt hatte er in den Jahren vor Fertigstellung unzählige Mediziner aufgesucht. Nichts half, ob Tees, Tropfen aus Mandelöl oder mit Meerrettich bestrichene Baumwolle, die in die Ohren eingeführt wurde. Selbst die schmerzhafte Galvano-Therapie mit Gleichstrom brachte nicht die erhoffte Wirkung. Keine der seelischen und körperlichen Nöte fand jedoch Niederschlag im „Emperor“-Konzert. Stattdessen ging es Beethoven hier um Größeres, denn immerhin belagerten die französischen Truppen Napoleons Wien. Er schimpfte: „Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend in aller Art!“ Gleichwohl klingt das Konzert feierlich und glorreich, als würde für die Freiheit und gegen Unterdrückung gekämpft.

Der ECHO Klassik-Preisträger Matthias Kirschnereit zählt heute zu den spannendsten und erfolgreichsten deutschen Pianisten seiner Generation. Zum Beethoven Jahr erscheint sein neuestes Album „Beethoven Unknown Solo Piano Works“. Manuela Uhl gehört zweifellos zu den gefragtesten deutschen Konzert-und Opernsängerinnen der Gegenwart. Schwerpunkte ihres Repertoires bilden Partien der deutschen Spätromantik und der klassischen Moderne. Bei ihren Auftritten an den bedeutendsten europäischen Bühnen arbeitete sie u.a. mit so renommierten Dirigenten wie Christian Thielemann, Ricardo Chailly, Simon Rattle und Gustavo Dudamel zusammen.

Quellen: www1.wdr.de;  www.welt.de; berlin-classics-music.com/de/artists/matthias-kirschnereit-2

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Foto: Matthias Kirschnereit © Neda Navaee

Termine

  • 22.05.22 18:00 Uhr