Theatersanierung

Im Mai 2018 ist der Bühnenvorhang unseres Stadttheaters das vorerst letzte Mal gefallen. Für voraussichtlich zwei Spielzeiten haben nun Architekten, Ingenieure, Techniker und Handwerker die Regie in unserem "Großen Haus" übernommen. Grund dafür ist eine aufwändige technische Sanierung des 1973 eröffneten Musentempels. So müssen nicht nur arbeits- und brandschutztechnische Auflagen erfüllt und Fluchtwege vergrößert werden, sondern auch sämtliche Leitungen, Kabeltunnel und Wasserleitungen müssen erneuert werden. In den 70er Jahren verwendete Baustoffe wie Asbest und PCB werden durch umwelt- und gesundheitsverträgliche Materialien ersetzt. Ein größeres Foyer, eine deutlich verbesserte Barrierefreiheit, eine neue Bestuhlung und eine moderne Licht- und Tontechnik werden das 16 Mio. € Projekt abrunden.

In regelmäßigen Abständen werden wir Sie auf unserer Facebook-Seite Stadttheater - Kultur in Lippstadt informiert.

Informationen zur Theatersanierung von KWL-Chefin Carmen Harms

Für das Stadttheater gibt es für zwei Spielzeiten Ausweich-Spielorte. Welche Orte haben Sie dafür ausgewählt?

Harms: Mit unseren Theater-Veranstaltungen werden wir in der Aula des Evangelischen Gymnasiums und auf der Schlossbühne vom Gymnasium Schloss Overhagen zu Gast sein. Die Schlossbühne bietet für kleinere Formate einen sehr stimmungsvollen Rahmen. In der Aula des EG sind wir mit den größeren Inszenierungen zu Gast.

Konzerte finden zudem in der Aula der Marienschule, der Mensa der Gesamtschule und der Elisabethkirche statt. Und die Jakobikirche bleibt natürlich DER wunderbare Konzertort für kammermusikalische Programme.

Die Schulleitungen sind sehr großzügige, kooperative Gastgeber, die uns wirklich enorm unterstützen. Dafür sind alle Veranstalter sehr dankbar!

Was wird sich für Theaterfreunde während der Sanierungsphase ändern?

Harms: Bühnentechnisch sind die neuen Spielorte natürlich nicht mit unserem Stadttheater zu vergleichen. Aber jeder für sich hat seinen ganz besonderen Charme. Die KWL, der Städtische Musikverein Lippstadt, der Kunst- und Vortragsring, der Werner Bohrer Kreis, der Kulturring - alle Veranstalter haben für unser Publikum wirklich tolle Künstler und Formate ausgewählt. So dürfen Kultur-Begeisterte (jeden Alters) auch während der Schließung des Stadttheaters aus einem wirklich vollen Spielplan für die Kultur-Saison auswählen.

Deutliche Abstriche gibt es bei den Platzkapazitäten. Statt bisher 787 Sitzplätzen im Großen Haus stehen uns nun maximal 400 zur Verfügung. Und auf den Luxus der ansteigenden Sitzreihen müssen wir vorübergehend auch verzichten. Inszenierungen mit großem bühnentechnischen Anforderungen wie Opern und Musicals können wir in dieser Zeit nicht zeigen. Aber es gibt hervorragend und prominent besetzte literarisch-musikalische Programme, Schauspiel, Kabarett und Comedy, fantasievolles Kinder- und Jugendtheater und Konzerte.

Wie werden Besucher das sanierte Stadttheater dann erleben?

Harms: Vieles aus der technischen Sanierung wird für das Auge des Publikums eher unsichtbar bleiben. Und dennoch wird sich Vieles positiv verändern: das deutlich vergrößerte Foyer, die verbesserte Akustik, barrierefrei gestaltet, mit einer Behindertentoilette und einem Fahrstuhl ausgestattet. Es wird eine komplett neue Bestuhlung geben - im Foyer und im "Großen Haus". Auch in die Ton- und Lichttechnik wird investiert - das wird unserem Publikum nicht verborgen bleiben.

Die Grundarchitektur von Prof. Gerhard Graubner, bekannt durch zahlreiche Theaterbauten und Schauspielhäuser, soll aber bewusst bewahrt werden. So werden die Lippstädter Ihr Stadttheater auch nach der Sanierung wieder erkennen.

Unser neues Stadttheater

Presse-Artikel zur Theatersanierung

Die Sanierung des Stadttheaters kommt voran: Bilder von der Baustelle