Informationen für Tagespflegeanbieter

Wenn Sie überlegen, als Tagesmutter oder -vater die Betreuung von einem oder mehreren Kindern zu übernehmen, sollten Sie sich in einem Gespräch in der Beratungsstelle beim Sozialdienst kath. Frauen e. V. in Ruhe informieren. Hier können Ihnen auch Einzelheiten zu den Bestimmungen des Sozialgesetzbuch VIII zur Kindertagespflege erläutert werden. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen zu Versicherungs- und Steuerangelegenheiten.

Einige grundsätzliche Informationen:

Erlaubnis

Die Förderung von Kindern in Kindertagespflege setzt geeignete bzw. qualifizierte Pflegepersonen voraus.

Geeignet sind Pflegepersonen, die sich durch ihre Persönlichkeit, Sachkompetenz und Kooperationsbereitschaft mit Erziehungsberechtigten und anderen Kindertagespflegepersonen auszeichnen und über kindgerechte Räume verfügen. Sie sollen über vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege verfügen, die sie in qualifizierten Lehrgängen erworben oder in anderer Weise nachgewiesen haben (§ 23 SGB VIII).

Die Überprüfung der Geeignetheit erfolgt durch den örtlichen Jugendhilfeträger bzw. durch die vom örtlichen Jugendhilfeträger beauftragte Stelle (Sozialdienst kath. Frauen e. V.).

Zum Nachweis der Geeignetheit sollte  die Tagespflegeperson mitbringen: 

  • bei Erlaubniserteilung bzw. Beginn der Betreuungstätigkeit und dann alle 5 Jahre ein Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes für sich und von allen volljährigen Familienangehörigen im Haushalt der Tagespflegeperson, sowie in deren Haushalt tätigen Personen
  • ein hausärztliches Attest für sich und von allen volljährigen Familienangehörigen im Haushalt der Tagespflegeperson, sowie in deren Haushalt tätigen Personen über die Unbedenklichkeit der Ausübung der Tagespflege 
  • einen Bewerberbogen mit den dazugehörigen Anlagen (z. B. Lebenslauf)
  • Qualifizierungsnachweise und ggf. eine vorhandene Pflegeerlaubnis
  • Nachweis über die Teilnahme an einem Kurs "Erste Hilfe bei Kindern".

 

Tagespflegepersonen, die ein Kind bzw. mehrere Kinder außerhalb ihrer Wohnung in anderen Räumen während des Tages mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen wollen, bedürfen einer Erlaubnis. Die Erlaubnis wird von der Stadt Lippstadt auf schriftlichen Antrag und nach Prüfung der gesetzlichen Voraussetzungen erteilt. 

Die Erlaubnis berechtigt zur Betreuung von bis zu fünf gleichzeitig anwesenden fremden Kindern und ist auf fünf Jahre befristet. Die Erlaubnis kann im Einzelfall zur Betreuung von maximal acht Kindern erteilt werden. Sollen sechs oder mehr Kinder gleichzeitig von einer Tagespflegeperson betreut werden,  wird eine so genannte "Betriebserlaubnis" des Landesjugendamtes benötigt. Wenn sich Tagesmütter oder -väter zusammenschließen, so können bis zu neun Kinder insgesamt betreut werden. 

 

Vergütung

Wenn das Vertragsverhältnis zwischen Eltern und Tagespflegeperson privat zustande kommt, also ohne öffentliche Förderung, kann die Vergütung frei ausgehandelt werden.

Wird ein Vertrag gem. der Beitragssätze der Stadt Lippstadt geschlossen, gilt folgende Regelung:

Der Stundensatz beinhaltet die Sachkosten und einen Anerkennungsbetrag für die Förderleistung der Tagespflegeperson, jedoch keine Verpflegungskosten für das Kind.

 Je geleisteter Betreuungsstunde pro Kind erhält die Tagespflegeperson: 

  • Einen Stundensatz in Höhe von 3,00 € ohne jegliche Qualifikation.
  • Weist die Tagespflegeperson ihre Qualifikation durch die Teilnahme an einem Qualifizierungsgrundkurs (min. 80 Std.) nach oder kann eine vergleichbare Qualifikation nachgewiesen werden, erhält sie eine Geldleistung in Höhe von
    4,00 € pro geleisteter Betreuungsstunde pro Kind. Tagespflegepersonen, die seit Jahren vom örtlichen Jugendhilfeträger vermittelt werden, können den Personen mit Qualifizierungsgrundkurs gleichgestellt werden.

  • Weist die Tagespflegeperson neben der Grundqualifikation zusätzlich die Teilnahme an einem Aufbaukurs (insgesamt 160 Std.) nach oder kann eine vergleichbare höhere Qualifikation nachgewiesen werden, erhält sie eine Geldleistung in Höhe von 5,00 € pro geleisteter Betreuungsstunde pro Kind.

  • Für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, z.B. Kinder unter 2 Jahren oder mit einem besonderen erzieherischen Bedarf, wird ein Zuschlag in Höhe 0,50 € pro Betreuungsstunde pro Kind neben dem Stundensatz nach Ziffer III Abs. 1 Nr. 3 gewährt.

  • Bei einer Betreuung mit Übernachtung des Kindes wird für die Zeit von 20:00 Uhr bis 6:00 Uhr der hälftige Stundensatz von 2,50 € gezahlt.

Der Antrag auf finanzielle Förderung für die Tagespflegeperson ist von den Personensorgeberechtigten an die Stadt Lippstadt - Fachbereich Jugend und Soziales - zu richten.

Die Auszahlung erfolgt monatlich nach Vorlage des Stundennachweises an die Tagespflegeperson. Nur die Tagespflegeperson hat den Anspruch auf Auszahlung der finanziellen Leistung.

     

Unfall- und Rentenversicherung

Auf der Grundlage des § 23 SGB VIII und der Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge vom 26.02.2008 werden folgende Leistungen zusätzlich neben dem Stundensatz nach Ziff. III, Nr. 1 erstattet:

 

  • nachgewiesene Aufwendungen für Beiträge zu einer üblichen und angemessenen Unfallversicherung der Tagespflegeperson. Zur Orientierung dient dabei der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung.

 

  • 50 % der nachgewiesenen Aufwendungen zu einer angemessenen Alterssicherung. Als angemessen gilt der monatliche Beitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung.

 

  • 50 % der nachgewiesenen Aufwendungen zu einer angemessenen Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Erstattung der Aufwendungen für Alterssicherung, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung erfolgt monatlich mit der Auszahlung der Förderleistung für die Monate, in denen eine Betreuung stattgefunden hat; angefangene Monate werden voll berücksichtigt.

Die Kosten für die Teilnahme an geeigneten und angemessenen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen können auf Antrag ganz oder teilweise übernommen werden. Über die Höhe der Kostenbeteiligung entscheidet der Fachbereich Jugend und Soziales im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

Downloads zu dieser Seite:
Fragebogen für Tagesmütter      [pdf, 45,84 Kilobyte]
Der Fragebogen kann Tagesmüttern und -vätern, die sich in der Vermittlungsstelle des SKF anmelden möchten, als Gesprächsgrundlage dienen.
Fragebogen für Kinderfrauen      [pdf, 44,57 Kilobyte]
Hier geht es um Tagespflegepersonen, die die Kinder im Haushalt der Eltern betreuen.