Besuch bekommen

Lippstädter Besuchs- und Begleitdienst verzeichnet Erfolge bei der Vermittlung

Lippstadt. Am 15. November  2017 ging der Lippstädter Besuchs- und Begleitdienst - ein Projekt des "Büros für bürgerschaftliches Engagement"- an den Start. Mittlerweile haben sich die ersten Paare aus älteren Menschen, die gern besucht werden wollen und Ehrenamtlichen gefunden. Eines dieser Paare sind Antonia Ludwig und Ingrid Zimmerers.

 

"Als ich das Angebot in der Zeitung gelesen habe, musste ich direkt anrufen", erzählt Antonia Ludwig. Die 84-Jährige ist damit die erste Anruferin bei dem neu gestarteten Projekt, erinnert sich Koordinator Klaus Rennkamp. "Man hört ja häufig, keiner würde sich mehr ehrenamtlich engagieren. Die zahlreichen Meldungen von Personen für ein Engagement beim Besuchs- und Begleitdienst, die wir erhalten haben, beweisen klar das Gegenteil", betont Rennkamp. Insgesamt vierzehn Personen sind aktuell für den Besuchs- und Begleitdienst im Einsatz. Eine davon ist Ingrid Zimmerers und die stand auch prompt bei Antonia Ludwig vor der Tür.

 

"Wir waren beide sehr aufgeregt vor dem ersten Besuch, wir wussten ja nicht, ob das passt und wer da letztendlich vorbeikommt", erzählen Zimmerers und Ludwig.

Die Sorgen lösen sich aber schnell in Luft auf, beide verstehen sich auf Anhieb gut und planen schnell die ersten Ausflüge.

 

"Besonders gerne bin ich in der Natur, im Wald oder im Grünen Winkel", erklärt Ludwig. Dank des Besuchs- und Begleitdienst kann Antonia Ludwig jetzt häufiger aus dem Haus und gemeinsam mit Ingrid Zimmerers die Umgebung erkunden. Ob Eis essen, ein kleiner Bummel durch die Innenstadt oder Kaffee trinken - bei ihren fast wöchentlichen Terminen finden die beiden immer neue Aktivitäten. "Wir waren auch schon beim Seniorenspielenachmittag in der Thomas-Valentin-Stadtbücherei  und beim Seniorenkaffee in der Kirchengemeinde", erzählt Ludwig sichtlich stolz.

Mittlerweile empfinden sich "Antonia und Ingrid" quasi als Familie. Manchmal kommt auch Ingrid Zimmerers Tochter mit zu den Besuchen oder Ausflügen. "Das ist dann wie eine Ersatzoma", freut sich Zimmerers.

 

"Meine eigenen Kinder wohnen leider weiter weg und können nicht so häufig vorbei kommen, da freue ich mich natürlich sehr über den Besuch", bemerkt Antonia Ludwig und betont: "Ich war immer sehr kontaktfreudig, habe viele Menschen kennengelernt, aber im Alter verliert man viele Leute aus den Augen und kann auch gesundheitlich nicht immer so, wie man gern möchte".

 

Das Angebot des Besuchs- und Begleitdienstes möchte sie daher nicht mehr missen und ermutigt auch andere ältere Personen, sich einfach zu melden und darauf einzulassen: "Es tut mir einfach gut und ich bin froh den Mut gefunden zu haben, mich zu melden." Und Ingrid Zimmerers ergänzt: "Viele Leute haben wahrscheinlich eine gewisse Hemmschwelle sich zu melden und von einer fremden Person besuchen zu lassen - aber es lohnt sich auf jeden Fall."

 

Wer gerne den Besuchs- und Begleitdienst in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der Nummer 0171/4164578 melden und eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen oder schreiben an besuchs-und-begleitdienst-lippstadt@gmx.de. Die Koordinatoren melden sich umgehend zurück, um alles Weitere zu besprechen. Wer lieber persönlich in Kontakt treten möchte, kann sich zudem jeden Mittwoch in der Zeit von 9 Uhr bis 11 Uhr im Mehrgenerationenhaus Mikado in der Goerdelerstraße 70 melden.

 

 

   Diese Seite drucken Drucken