Vision String Quartet

Vision String Quartet
Kammerkonzert

Jakob Encke, Violine

Daniel Stoll, Violine

Sander Stuart, Viola

Leonard Disselhorst, Cello

Barber: "Adagio" aus dem Streichquartett op. 11

Ravel: Streichquartett F-dur

Beethoven: Streichquartett a-Moll op. 132

Der Kampf zwischen Gewohnheiten und neuen Ideen führt oft zu Irritationen. Auch Noten haben da schon viel Staub aufgewirbelt. Beethoven etwa war Zeitgenossen in seinen letzten Jahren durchaus als Eigenbrötler bekannt. Dennoch überraschte und überforderte er seine Hörer mit seinem Op. 132. Es kam manchem Rezensenten regelrecht Chinesisch“ vor. Der eigenwillige Charakter der einzelnen Sätze wurde von einem Pariser Kritiker als "letzte Leistung einer Einbildungskraft im Delirium" gehalten. Und der alte Cherubini bemerkte, diese Musik mache ihn "niesen".

Folgenreicher waren jedoch Ravels Brüche mit den ehernen Konventionen, die die Juroren des Rom-Preises hochzuhalten sich auf die Fahnen geschrieben hatte. Der Geniestreich des damals 19-Jährigen spaltete die Gemüter. Als Klassizisten konnten sie mit der Partitur überhaupt nichts anfangen. Eine harmonisch vieldeutig angelegte Musiksprache, vibrierende, schillernde Klangeffekte in höchsten Lagen, ständige Taktwechsel - das war des Neuen denn doch zu viel. Schon in der Vorrunde war Schluss. Der Fall wuchs sich zur handfesten "Affäre Ravel" aus, an deren Ende Konservatoriums-Direktor Dubois Fauré Platz machen musste. Was Noten alles auslösen können.

Das Jonglieren mit den Konventionen, Provokantes, solche Werke liegen beim vision string quartet in den besten Händen. Denn mit ihrer einzigartigen Wandlungsfähigkeit zwischen klassischem Repertoire, Eigenkompositionen und Arrangements aus Jazz, Pop und Rock, stellen die vier Berliner Musiker zurzeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf. Seit dem Gründungsjahr 2012 hat sich das Ensemble innerhalb kürzester Zeit etablieren können. 2016 gewann es den Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb in Berlin sowie alle Sonderpreise. Im Juni desselben Jahres folgte der renommierten Würth-Preis, zu dessen ehemaligen Preisträgern u.a. das Artemis Quartett, Gustavo Dudamel und Claudio Abbado gehören. Im November 2016, nur einen Monat nach ihrer Auszeichnung mit dem Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, erspielte sich das junge Quartett beim internationalen Concours de Génève den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Ravel hätte das gefallen.

Quellen: www.visionstringquartet.com; www.kammermusik.org; www.kammermusikfuehrer.de

Gefördert vom Kultursekretariat NRW Gütersloh.

Abonnementbuchungen sind ab sofort möglich.

Der Kartenverkauf beginnt am Montag, 9. Juli 2018.

Termine

  • 13.01.19 18:00 Uhr