Vortrag zu Kolonialismus im Rathaussaal - Historiker referiert im Vorfeld zu neuer Ausstellung

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Lippstadt. Im Vorfeld der Ausstellung „Die Ferne so nah – Wie Lippstadt die weite Welt kennenlernte“, die Stadtmuseum und Stadtarchiv ab 29.11.2025 in der Galerie im Rathaus präsentieren, spricht der Historiker Dr. Volker Jakob am Mittwoch, 26.11.2025, ab 19 Uhr im Rathaussaal zum Thema „Der Kolonialismus: Ein historisches Erbe – lange ignoriert und plötzlich aktuell“.

Der Vortrag thematisiert die Geschichte des Kolonialismus von der Landung der Spanier und Portugiesen in Amerika bis in die Gegenwart. Über Jahrhunderte haben europäische Mächte die übrige Welt unter sich aufgeteilt und systematisch ausgebeutet. Nicht zuletzt darin haben der Reichtum des Westens wie auch viele politische und wirtschaftliche Probleme der „Dritten Welt“ ihre tieferen Ursachen. Als eine Folge erreichen Flüchtlingsströme aus damals betroffenen Gegenden heute die Länder des Westens und eben auch Deutschland, denn Geschichte bedeutet nicht zwangsläufig, dass etwas vorbei ist, sondern auch das Wirken in die Gegenwart hinein.

 

Schwerpunktmäßig befasst sich der Referent mit der nur 30 Jahre währenden Geschichte der deutschen Kolonien. Lange verschwiegen wurde das grausame Vorgehen gegen die einheimische Bevölkerung in Deutsch-Südwestafrika (Herero und Nama) und in Deutsch-Ostafrika. Es ist seit einigen Jahren verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten, wird in dem Vortrag dargestellt und in die weitere historische Entwicklung eingeordnet.

 

Dr. Volker Jakob war lange Jahre Leiter des Bild-, Film- und Tonarchivs im LWL Medienzentrum für Westfalen in Münster und beschäftigt sich aktuell mit der Vermittlung historischer Themen wie Migration, Antisemitismus und Kolonialismus. In Lippstadt ist er bekannt als Mitherausgeber des 2006 erschienenen Buches „Kriegskinder. Zwischen Hitlerjugend und Nachkriegsalltag. Fotografien von Walter Nies“.

 

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.