Theatersanierung

Im Mai 2018 ist der Bühnenvorhang unseres Stadttheaters das vorerst letzte Mal gefallen. Für voraussichtlich zwei Spielzeiten haben nun Architekten, Ingenieure, Techniker und Handwerker die Regie in unserem "Großen Haus" übernommen. Grund dafür ist eine aufwändige technische Sanierung des 1973 eröffneten Musentempels. So müssen nicht nur arbeits- und brandschutztechnische Auflagen erfüllt und Fluchtwege vergrößert werden, sondern auch sämtliche Leitungen, Kabeltunnel und Wasserleitungen müssen erneuert werden. In den 70er Jahren verwendete Baustoffe wie Asbest und PCB werden durch umwelt- und gesundheitsverträgliche Materialien ersetzt. Ein größeres Foyer, eine deutlich verbesserte Barrierefreiheit, eine neue Bestuhlung und eine moderne Licht- und Tontechnik werden das 16 Mio. € Projekt abrunden.

In regelmäßigen Abständen werden wir Sie auf unserer Facebook-Seite Stadttheater - Kultur in Lippstadt.

Theaterbaustelle öffnet Türen am 10. November 2018

Informationen zur Theatersanierung von KWL-Chefin Carmen Harms

Für das Stadttheater wird es nun für zwei Spielzeiten Ausweich-Spielorte geben. Welche Orte haben Sie dafür ausgewählt?

Harms: Mit unseren Theater-Veranstaltungen werden wir in der Aula des Evangelischen Gymnasiums und auf der Schlossbühne vom Gymnasium Schloss Overhagen zu Gast sein. Die Schlossbühne bietet für kleinere Formate einen sehr stimmungsvollen Rahmen. In der Aula des EG sind wir mit den größeren Inszenierungen zu Gast.

Konzerte finden zudem in der Aula der Marienschule, der Mensa der Gesamtschule und der Elisabethkirche statt. Und die Jakobikirche bleibt natürlich DER wunderbare Konzertort für kammermusikalische Programme.

Die Schulleitungen sind übrigens sehr großzügige, kooperative Gastgeber, die uns wirklich enorm unterstützen. Dafür sind alle Veranstalter sehr dankbar!

Was wird sich für Theaterfreunde während der Sanierungsphase ändern?

Harms: Bühnentechnisch sind die neuen Spielorte natürlich nicht mit unserem Stadttheater zu vergleichen. Aber jeder für sich hat seinen ganz besonderen Charme. Die KWL, der Städtische Musikverein Lippstadt, der Kunst- und Vortragsring, der Werner Bohrer Kreis, der Kulturring - alle Veranstalter haben für unser Publikum wirklich tolle Künstler und Formate ausgewählt. So dürfen Kultur-Begeisterte (jeden Alters) auch unter schwierigeren Bedingungen aus einem wirklich vollen Spielplan für die Kultur-Saison 2018/19 auswählen.

Deutliche Abstriche gibt es bei den Platzkapazitäten. Statt bisher 787 Sitzplätzen im Großen Haus stehen uns nun maximal 400 zur Verfügung. Und auf den Luxus der ansteigenden Sitzreihen müssen wir vorübergehend auch verzichten. Inszenierungen mit großem bühnentechnischen Anforderungen wie Opern und Musicals können wir in dieser Zeit nicht zeigen. Aber es gibt hervorragend und prominent besetzte literarisch-musikalische Programme, Schauspiel, Kabarett und Comedy, fantasievolles Kinder- und Jugendtheater, Konzerte - und sogar ein "Kleines Wortfestival" direkt im September.

Was ist mit den Traditionsveranstaltungen?

Harms: Ein Festkonzert zur Herbstwoche hat die KWL in diesem Jahr nicht im Programm. Da wollten sich die möglichen Optionen aus verschiedenen Gründen nicht gut genug fügen. Aber das mitreißende Konzert des Heeresmusikkorps aus Kassel wird während der Herbstwoche, am 24. Oktober, in der Südlichen Schützenhalle bestens unterhalten.

Die Silvesterkonzerte des Städtischen Musikvereins möchten unser Publikum in der besonderen Architektur der neuen Mensa der Gesamtschule zum Jahreswechsel begleiten.

Zum Neujahrsempfang lädt Bürgermeister Christof Sommer am 6. Januar in die Aula des Evanglischen Gymnasium. Und auch die Ehrung der erfolgreichen Lippstädter Sportler in 2019 ist in guter Vorbereitung.

Wie ist der Ablauf der Sanierungsarbeiten?

Harms: Inzwischen ist das Theater "ausgeräumt". Für die alte Bestuhlung und einige andere Ausstattungsteile haben wir sogar noch Abnehmer gefunden. Anderes wie z.B. Scheinwerfer, Podeste, Stoffe oder auch die großen Gobelins aus dem Foyer sind in einer großen Halle in Bad Waldliesborn eingelagert bzw. werden von dort aus in die Ersatzspielorte geholt.

Aktuell läuft die Schadstoff- und die Fassadensanierung. Dann kommen Schritt für Schritt die anderen Gewerke. Bis jetzt läuft alles ganz prima im Zeitplan und wir können davon ausgehen, dass wir im Frühjahr 2020 wieder mit dem Theaterbetrieb beginnen können.

Wie werden Besucher das sanierte Stadttheater dann erleben?

Harms: Vieles aus der technischen Sanierung wird für das Auge des Publikums eher unsichtbar bleiben. Und dennoch wird sich Vieles positiv verändern: das deutlich vergrößerte Foyer, die verbesserte Akustik, barrierefrei gestaltet, mit einer Behindertentoilette und einem Fahrstuhl ausgestattet. Es wird eine komplett neue Bestuhlung geben - im Foyer und im "Großen Haus". Auch in die Ton- und Lichttechnik wird investiert - das wird unserem Publikum nicht verborgen bleiben.

Die Grundarchitektur von Prof. Gerhard Graubner, bekannt durch zahlreiche Theaterbauten und Schauspielhäuser, soll aber bewusst bewahrt werden. So werden die Lippstädter Ihr Stadttheater auch nach der Sanierung wieder erkennen.

Die Sanierung des Stadttheaters kommt voran: Bilder von der Baustelle