Das Kochbuch der Edith Glück

Ausstellung in der Synagoge Lippstadt

Gemeinsam mit hunderten von jüdisch-ungarischer Leidensgenossinnen musste Edith Glück 1944/45 im KZ-Außenlager in Lippstadt schuften. Heimlich legte sie dort unter Lebensgefahr eine Sammlung von Kochrezepten aus ihrer Heimat an. Edith Gluck schrieb nicht nur eigene oder Familien-Rezepte auf, sondern bat auch ihre Mithäftlinge um ihre Lieblingsrezepte; es handelte sich also auch um einen kollektiven Akt des Widerstands. Angesichts der Tatsache, dass die Frauen ständig hungerten, bildet das Aufschreiben von – ausgerechnet – Kochrezepten einen gemeinsamen Raum der Erinnerung und Sehnsucht, eine Rebellion der Lebensfreude in einer Situation, die man sich kaum vorzustellen vermag.

Nach der Befreiung im April 1945 kehrte Edith Glück noch einmal nach Lippstadt zurück, um das Konvolut von Kochrezepten aus dem Versteck zu bergen und mitzunehmen nach Montreal/Kanada, wohin sie emigrierte. Dort befindet es sich heute in der Sammlung des Holocaust Museum Montreal und wird u. a. auf Yutube von Edith Glücks Tochter vorgestellt.

Das Museum hat dem "Kulturraum Synagoge Lippstadt e. V." freundlicherweise das Digitalisat des "Kochbuchs" zur Verfügung gestellt, das in Lippstadt, wenn nicht sogar in Deutschland zum ersten Mal gezeigt wird. Ergänzt wird die Ausstellung, die im Obergeschoss der Synagoge stattfindet, durch weitere Dokumente zu den Zwangsarbeiterinnen in Lippstadt und durch Lese-Exemplare der 450 Seiten starken Dokumentation, die im Laufe des umfangreichen Projekts der Gütersloher Anne-Frank-Gesamtschule erstellt wurde (s. a. die Veranstaltung in der Synagoge am Samstag, 24. September!).

Weitere Informationen: http://www.synagoge-lippstadt.de

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