geplant: Notos Quartett

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Manche Großen sind nur mit ihren Hauptwerken, ihren Sinfonien im Repertoire vertreten. Zu ihnen gehören Anton Bruckner und Gustav Mahler. Für ihn war die Kammermusik in der Jugend vor allem eine Art Labor, in dem er mit klanglichen Ingredienzien experimentierte. Danach sollte er sich nur noch großbesetzten Werken zuwenden. Ganz anders Mozart und Brahms. Für beide stand Kammermusik im Zentrum ihres Schaffens, umrahmte und durchzog folgerichtig ihr gesamtes Œuvre. Wenige Monate nachdem Brahms’ c-Moll-Klavierquartett in Wien uraufgeführt worden war, befand sich Mahler gerade in seinem zweiten Studienjahr am Wiener Konservatorium. Und natürlich griff er das seinerzeit Beste als gedankliche Rankhilfe auf: Schubert, Schumann und eben Brahms. Im nostalgischen Rückblick auf seine Jugendwerke äußerte sich Mahler 1896, dass er mit diesen so leichtsinnig umgegangen sei, dass nun kaum noch etwas davon vorhanden sei. „Das Beste davon war ein Klavierquartett, welches am Schluss der vierjährigen Konservatoriumszeit entstand und das grosses Gefallen erregte … Bei einer Preiskonkurrenz, zu der ich das Quartett nach Russland schickte, ist es mir verloren gegangen.“ Einzig der a-moll Quartettsatz ist erhalten geblieben. Nun war Mahler von Jugend an ein leidenschaftlicher, fast besessener Buchleser. Insofern ist der Fingerzeig des Dirigenten Pierre Boulez sehr erhellend: „Von allem Anfang an kommt bei Mahler die musikalische Form vom Epos und vom Roman her. Er erzählt in Musik“. In diesem Sinne zeigt sich auch hier das Erzählerische in einer Art Klangrede, die kurz vor der Koda eine ungewöhnlich ausufernde Violinkadenz als Monolog einbaut, um am Schluss in zart getupften Streicher-Pizzicati zu ersterben.

Die griechische Mythologie kennt Notos als einen von vier Windgöttern, dessen Aufgabe es war, das Land im Herbst mit Sturm und Regen durchzuwirbeln. Ein passender Name für ein Ensemble, das seit seiner Gründung 2007 mit sechs 1. Preisen sowie zahlreichen Sonderpreisen bei internationalen Wettbewerben in Holland, Italien, England und China ausgezeichnet und spätestens mit dem ECHO Klassik-Preis 2017 als Nachwuchskünstler des Jahres einigen Wirbel in die Szene gebracht hat.

Quellen: www.berliner-philharmoniker.de; http://ks-schoerke.de/artist/notos-quartett

Sindri Lederer, Violine

Andrea Burger, Viola

Philip Graham, Violoncello

Antonia Köster, Klavier

Mahler: Klavierquartettsatz in a-Moll

Mozart: Klavierquartett in Es-Dur KV 493

Brahms: Klavierquartett in A-Dur op. 26

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Termine

  • 27.09.20 18:00 Uhr