Prokofjew: Peter und der Wolf

Konzert nicht nur für Kinder

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran. Über vielen Schulen werden dank des Bildungspaktes unzählige Tablets abgeworfen. Es soll Kinder, deren Freizeit bereits von Smartphone und Co. dominiert wird, zukunftsfähiger machen. Die Technik scheint sich zu einem unersättlichen Zeitkrümelmonster auszuwachsen, das auch Fantasie und Kreativität nicht verschmäht. Ein Kampf Daniel gegen Goliath?

Gerade letzteres spannungsgeladene Narrativ zieht sich bekanntermaßen seit Jahrhunderten durch die Kunst. Sergei Prokofjews Kinderklassiker „Peter und der Wolf“ greift ebenjenes Motiv auf. Allerdings verbündet sich Peter da mit dem kleinen Vogel und der Katze, um den Gegenspieler, den Wolf, abzulenken und in eine Schlinge tappen zu lassen. Prokofjew arbeitete 1936 mit großer Begeisterung an diesem Werk, das er in nur drei Wochen niederschrieb. Es war eine Auftragskomposition für das Moskauer Kindertheater. Die Aufführung der klingenden Instrumentenkunde erfolgte noch im gleichen Jahr unter der Leitung des Komponisten in der Moskauer Philharmonie vor Kindern. Damit begann gleichzeitig der Siegeszug des Stückes um die Welt. „Peter und der Wolf“ ist dabei beileibe nicht nur eine kindliche Fabel. Prokofjew wollte sein musikpädagogisches Projekt durchaus als politische Parabel verstanden wissen. Wahrscheinlich hätte er auch nichts dagegen gehabt, es im Licht aktueller Bildungsdiskussionen auszudeuten. Zwar kann die digitale Welt einen ritalinartigen Sog entwickeln, aber kann er an den Zauber eines Life-Erlebnisses heranreichen? Klar, Konzertbesuche sind kein Allheilmittel. So wie im Stück die Ente im Bauch des Wolfes verbleibt, muss man beim Austarieren wohl auch so manche „Kröte“ schlucken. Aber es ist ein Impuls. Letzten Endes geht das musikalische Märchen halbwegs versöhnlich aus, und der Wolf findet sich mit Hilfe der Jäger in einem Zoo eingehegt. Und für Handys wird sich für die Dauer der Aufführung sicher ein ruhiges Plätzchen in der Hosentasche finden lassen.

Quelle: www.deutschlandfunkkultur.de

Neue Philharmonie Westfalen

Leitung: Burkhard A. Schmitt

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Der Kartenverkauf beginnt am Freitag, 22. Mai 2020.

Abonnementbuchungen sind ab sofort möglich.

Termine

  • 04.05.21 10:30 Uhr