Nächste Umsetzungsstufe im Mobilitätskonzept erreicht

Umbau der Woldemei von zwei- auf einspurig startet Anfang April

Lippstadt. Es ist die umfassendste Maßnahme des Mobilitätskonzeptes und nach der Einrichtung von Tempo-30-Zonen in der Altstadt, dem Abbau von Ampelanlagen, der Einrichtung von neuen P + R-Flächen und weiteren Maßnahmen der nächste Schritt in dem stufenweise aufgebauten Verkehrskonzept für die Lippstädter Altstadt: Der Umbau der Woldemei von einer zweispurigen zu einer einspurigen Fahrbahn. Mit der Maßnahme, die am Montag, 3. April, beginnt, geht eine grundlegende Verbesserung für Radfahrer einher, die auf der Woldemei bislang die Autospuren mitnutzen mussten. Künftig wird das Radfahren in beide Richtungen auf entsprechenden Fahrradstreifen möglich sein.

Längst hat die Woldemei nicht mehr das Verkehrsaufkommen früherer Zeiten. 540 Fahrzeuge passieren die Woldemei laut einer Zählung aus dem Jahr 2013 im Schnitt pro Stunde  - und damit nicht annähernd so viele, wie bereits eine einspurige Straße standardmäßig fassen können muss. Hier liegt der Wert bei 900 Fahrzeugen pro Stunde. Für Heinrich Horstmann ein Grund von vielen, die einen Rückbau der Woldemei zu einer einspurigen Straße unterstreichen. Der städtische Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen hat beim Mobilitätskonzept immer die großen Zusammenhänge vor Augen und betont den Anspruch der Planer, die Multifunktionalität der Altstadt zu optimieren und gute Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen: „Hier geht es nicht um die Bevorzugung oder Benachteiligung bestimmter Gruppen, sondern um die bestmögliche Lösung für alle", sagt Horstmann. Letztlich gehöre fast jeder Besucher der Innenstadt mal in die eine, mal in die andere Gruppe. „Auf dem Weg zur Arbeit bin ich Radfahrer, bei einem größeren Einkauf bin ich Autofahrer und wenn ich das Auto abgestellt habe, bin ich als Fußgänger in der Stadt unterwegs."

Mit dem Mobilitätskonzept, das der Rat mit großer Mehrheit Ende 2014 beschlossen hatte, sind seit gut einem Jahr verschiedene Maßnahmen in der Innenstadt umgesetzt worden. Neben der fast flächendeckenden Einrichtung von Tempo 30 und Rechts-vor-Links-Regelungen gehören unter anderem auch der Bau einer überdachten Fahrradabstellanlage am Bahnhof, die Verbreiterung des Radweges an der Kreuzung Lippertor/ Dr.-Wilhelm-Röpke-Straße, der Lückenschluss für Radfahrer an der Cappelstraße, das Ersetzen von zwei Ampelanlagen auf der Cappelstraße durch Fußgängerüberwege und der barrierefreie Ausbau von insgesamt über 30 Bushaltestellen im gesamten Stadtgebiet dazu.

„Die Maßnahmen haben sich bewährt", so Heinrich Horstmann. Veränderungen in der Verkehrsführung und den Regelungen seien immer mit einer Phase der Umgewöhnung verbunden, man habe aber den Eindruck, dass die Verkehrsteilnehmer mittlerweile gut mit der veränderten Situation zurechtkämen. Positive Rückmeldungen haben die Planer zu den Fußgängerüberwegen an der Cappelstraße erhalten. Sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer laufe es dort nun „flüssiger", da unnötig langes Warten an der Ampel entfalle. Ein Effekt, der auch den Verkehr auf der demnächst einspurigen Woldemei „verflüssigen" soll, denn mit dem Umbau werden auch sämtliche Ampeln mit Ausnahme der Anlage an der Kreuzung Geiststraße/ Woldemei entfernt. Ersetzt werden einige Ampeln durch Fußgängerüberwege.

Zwölf Einzelbereiche müssen auf der Länge der Strecke abgewickelt werden. „Beim Umbau greifen viele Dinge wie Zahnräder ineinander", erklärt Jörg Bökenkötter, Fachdienstleiter Straßenbau. Schon bevor es richtig losgeht, werden noch kleinere Instandsetzungen in der Straße vorgenommen. Start der eigentlichen Maßnahme ist der 3. April. Dann wird mit dem Umbau des Kreisverkehres begonnen, der innerhalb der Gesamtmaßnahme die meiste Zeit in Anspruch nehmen wird. Das Entfernen alter und das Auftragen neuer Fahrbahnmarkierungen, der Umbau der Ampel Woldemei/Geiststraße und die Montage von Schildern werden parallel erfolgen. Der Abbau der nicht mehr benötigten Ampelanlagen erfolgt dann im Anschluss.

  Eine Sperrung der Woldemei ist allerdings nicht notwendig. „Sämtliche Arbeiten werden bei laufendem Verkehr erfolgen", erklärt Jörg Bökenkötter. Lediglich stundenweise könne es zu Sperrungen an den Zufahrtsstraßen kommen, wenn frisch aufgetragener Asphalt aushärten muss. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten Ende April. Zeitgleich wird auch eine weitere Maßnahme des Mobilitätskonzepts umgesetzt werden: Die Freigabe der gegenläufigen Nutzung von Einbahnstraßen für den Radverkehr. Bis auf Burgstraße, Kolpingstraße, Lichtenbergstraße, Nicolaiweg, Cappelstraße Süd ab Poststraße wird diese Regelung dann für alle Einbahnstraßen im Altstadtbereich gelten.