Tipp der Landesseniorenvertretung: Achtung \"Enkeltrick\"

Seit gut zehn Jahren macht der „Enkeltrick“ in Deutschland Furore:
Ungezählte Versuche, vor allem aber hunderte von vollendeten Betrügereien treffen gerade ältere Menschen. Sie werden mit diesem perfiden Trick oft um hohe Summen – nicht selten um die Lebensersparnisse - gebracht, vor allem aber auch dem Unverständnis und Vorwürfen von Verwandten und Freunden ausgesetzt.

Deshalb warnt auch die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) präventiv ältere Menschen vor den Trickbetrügern. Zwar machen immer wieder pfiffige Senioren Schlagzeilen, die den Gangstern nicht auf den Leim gehen – aber die Zahl der gelungenen Betrügereien und wohl auch die Dunkelziffer nimmt nicht wesentlich ab. „Hallo Oma, rate mal, wer hier spricht“, ist eine der Standardfragen am Telefon, mit der der Betrugs-Versuch gestartet wird. „Unmoderne“ Vornamen oder kurze - weil schon länger existierende - Telefonnummern sind für die gewieften Ganoven oft Hinweise auf ältere Menschen. Ihnen gaukeln sie am Telefon vor, Enkel, Neffe oder Nichte in einer akuten Finanznotlage zu sein: Autounfall oder -kauf oder günstige Computeranschaffung verlangten dringend Bargeld. Oft machen diese Schwindler mit mehreren Anrufen zunehmenden Druck bis die Senioren sich erweichen lassen und Geld von daheim oder bei einem Bankbesuch avisieren. Das holt natürlich nicht der „Enkel“ oder die „Nichte“ ab, sondern ein „Beauftragter“ – und man sieht sein Geld nie wieder!

„Wir verstärken derzeit unsere Zusammenarbeit mit der Polizei zum Thema ‚Sicherer leben‘“, so Öffentlichkeitsbeauftragter Jürgen Jentsch aus dem LSV-Vorstand. „Wie die Kripo, so raten auch wir: Machen Sie grundsätzlich keine persönlichen Angaben, sondern setzen Sie sich sofort nach einem solchen Anruf mit Verwandten, Nachbarn oder auch der Polizei unter Tel. 110 in Verbindung“.

Auch Gaby Schnell, die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, bittet um besondere Vorsicht. „Geben Sie dem Anrufer zu verstehen, Sie hätten gerade Verwandte oder Bekannte zu Besuch“, so rät sie. „Auch sollten Sie sich ein bestimmtes Erlebnis erzählen lassen, das nur wirklich angehörige Person kennen können“. Dass man niemals Daten wie Kontonummer oder Geldinstitut bekannt geben sollte, findet sie ebenso wichtig wie den Rat, sich nicht unter Druck setzen zu lassen oder zur Bank zu fahren: „Und wenn Sie doch hinfahren wollen, dann berichten Sie auf jeden Fall den Schalterangestellten von dem Telefonat“. Denn die kennen die Tricks der Gauner und stehen dem potenziellen Opfer hilfreich zur Seite.