freiheitsentziehende Maßnahmen, Fixierung, Pflegebedürftigkeit, Betreuungsstelle

Vermeidung von Bettgittern, Gurten & Co.

Stadt Lippstadt veröffentlicht Broschüre mit rechtlichen Hintergründen und Handlungsempfehlung zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen

Freiheitsentziehende Maßnahmen oder Fixierungen in Form von Bettgittern, Gurten u. ä. gehören zum Alltag in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Psychiatrien. Nachdem in der Fachwelt seit geraumer Zeit der Nutzen von Fixierungen in Frage gestellt wird, hat die Betreuungsstelle der Stadt Lippstadt im Jahr 2013 dieses Thema der freiheitsentziehenden Maßnahmen aufgegriffen mit dem Ziel, die Thematik aus der Tabuzone zu holen, Beteiligte zu sensibilisieren und Alternativen aufzuzeigen.


Nach einer Auftaktveranstaltung im Oktober 2012 mit Leitungspersonal aus Pflegeeinrichtungen, Vertretern des Amtsgerichtes, der Heimaufsicht und den Betreuungsvereinen wurden ehrenamtliche rechtliche Betreuer mit der jährlichen Informationsbroschüre sensibilisiert.

Am 16.05.2013 fand in Zusammenarbeit mit dem Demenz-Servicezentrum Münsterland und dem Förderverein „Freude schenken e. V." eine Fachtagung für haupt- und ehrenamtliche Betreuer und andere Beteiligte statt. Mit Frau Prof. Dr. Doris Bredthauer konnte eine anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Reduzierung körpernaher Fixierungen gewonnen werden.
 
Im Juni 2013 griff der Seniorenbeirat der Stadt Lippstadt die Thematik auf. Zwischenzeitlich schaffte ein Lippstädter Seniorenheim für alle Bewohner sogenannte Niederflurbetten an. Beim Amtsgericht stehen mittlerweile geschulte Verfahrenspfleger zur Verfügung, die ihr Augenmerk auf Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen richten.

Die von der Stadt Lippstadt erstmals in 2013 veröffentlichte Broschüre richtet sich gleichermaßen an rechtliche Betreuer, Bevollmächtigte, Angehörige, Pflegekräfte, Träger von Einrichtungen und Ärzte. Sie dient dazu, um über freiheitsentziehende Maßnahmen zu informieren, rechtliche Grundlagen zu verdeutlichen und Altenativen in der Pflege aufzuzeigen. Die Broschüre wurde in 2015 überarbeitet und liegt nunmehr in 2. Auflage vor.

Die Broschüre ist erhältlich beim Fachbereich Familie, Schule und Soziales der Stadt Lippstadt (Betreuungsstelle), bei der Diakonie Ruhr-Hellweg e. V., dem Sozialdienst Kath. Männer e. V. und dem Amtsgericht Lippstadt (Betreuungsgericht) oder kann heruntergeladen werden (siehe Downloads unten auf dieser Seite).

Auch zukünftig wird die Betreuungsstelle der Stadt Lippstadt mit allen Beteiligten im Dialog bleiben, um die Würde und die Grundrechte pflegebedürftiger Menschen zu wahren und freiheitsentziehende Maßnahmen auf ein notwendiges Maß zu beschränken.

Downloads zu dieser Seite:
Anregung einer rechtlichen Betreuung      [pdf, 42,9 Kilobyte]
Vordruck Ärztliches Zeugnis      [pdf, 65,87 Kilobyte]