Einblicke in modernste Hörakustik

Wie innovativ und zukunftsorientiert auch kleine Handwerksunternehmen sein können, erfuhren die Lippstädter Unternehmerinnen bei ihrem Besuch des 3D-Labors der Symann Hörgeräte. Das 1993 von Irmgard Symann in Lippstadt gegründete Unternehmen hat mittlerweile vier Niederlassungen in der Region.

Irmgard Symann ist Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Rhein-Hessen und sehr interessiert an neuen Technologien und sucht nach Möglichkeiten, ihre Dienstleistungen für die Kunden zu optimieren. Im deutschlandweit aktiven Fachverband Deutscher Hörgeräteakustiker e.V. ist sie Vizepräsidentin. Aus dieser Tätigkeit erwuchs dann auch die Idee, ein eigenes Otoplastiklabor in Lippstadt einzurichten. "Das gibt es sonst kaum, dass so kleine Unternehmen wie wir ihr eigenes 3D-Drucklabor haben, da kenne ich in unserem bundesweiten Verband nur zwei", erzählt die engagierte Unternehmerin in ihrer Begrüßung.

Es war ein Risiko, auf das sie sich einließ, als sie zwei Mitarbeiterinnen anbot, sich in dieses Thema einzuarbeiten. Das Investitionsvolumen in Hard- und Software war erheblich, es mussten zusätzliche Flächen angemietet werden und last but not least werden zwei Mitarbeiterinnen zumindest zeitweise gebunden. Deren Begeisterung war jedoch sofort geweckt. Nach den verschiedensten Schulungen - meist in Süddeutschland, denn dort gab es die entsprechende Fachkompetenz - bauten Brigitte Rosenthal-Sommer und Sarah Kiontke ihr eigenes Otoplastiklabor in den Räumen des Businesscenter Lippstadt von Brigitte Menke-Lippsmeier auf.

Otoplastiken werden für jeden Patienten individuell erstellt, nachdem ein Abdruck des Ohres genommen wurde. "Diese Formen sind sehr individuell und filigran, früher mussten diese Ohrstücke sehr zeitaufwendig gefräst und geschliffen werden. Mit dem 3D-Druckverfahren sind wir nun in der Lage, diese Teile direkt passgenau zu drucken. Nach dem Druck sind nur noch minimale Feinarbeiten notwendig", erklärt Frau Rosenthal-Sommer die Vorteile des Verfahrens.

Es sind aber noch andere Vorteile, die zusätzlichen Komfort und Service für den Kunden bedeuten. "Früher hatten wir schon allein durch den Versand und Rückversand zu den Laboren, die uns die Ohrstücke fertigten, einen enormen Zeitaufwand, dann kam hinzu, dass die Qualität der Arbeiten, die wir dann zurück bekamen nicht immer konstant gut war", erinnert sich Sarah Kiontke.

Geschäftsführerin Irmgard Symann hob noch einen weiteren Aspekt hervor: "Heute können wir Kunden, von denen die Daten des Abdrucks bei uns vorliegen, innerhalb von Stunden einen Ersatz liefern, wenn beispielweise ältere Menschen ihr Hörgerät verloren haben. Wir sind unabhängig von anderen Zulieferern und können so unseren Service optimieren".

 

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