Busbegleiter trainieren für Problemsituationen

12.09.2011 -

Lippstadt. An ihren blauen Westen sind sie gut zu erkennen, die Seniorenbusbegleiter, die an Markttagen in den Lippstädter Buslinien unterwegs sind. Sie unterstützen die Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen, beim Verstauen ihrer Einkäufe oder auch beim Lesen der Fahrpläne. Nach fast zwei Jahren im Einsatz, sind sie bei den Passagieren bereits bestens bekannt und für viele nicht mehr wegzudenken. Da im Busbegleiteralltag aber auch Problemsituationen gemeistert werden müssen, führte das Team jetzt ein sogenanntes „Deeskalationstraining“ durch.

Unter Anleitung von Walter Schulte und Burkhard Pukrop von der Kriminalpolizei der Kreispolizeibehörde Soest trainierten die Begleiter den Umgang mit unterschiedlichen Personengruppen und Situationen. Außerdem wurden rechtliche Fragen zur Versicherung oder zum Strafrecht behandelt.

Um den Trainern einen Einblick in die Tätigkeit der Busbegleiter zu geben, erzählten die Teilnehmer zunächst von ihren Erfahrungen und berichteten von schwierigen Situationen. Daran anknüpfend wurden verschiedene Übungen durchgeführt. In Rollenspielen konnten sich die Teilnehmer in Fremde hineinversetzen und erfahren, wie ihr Verhalten wirken kann. Die Busbegleiter diskutierten über die Gefühle und Erfahrungen während der Übungen und reflektierten ihr Verhalten in früheren Situationen.

Die Trainer machten den Teilnehmern bewusst, wie unangenehm die Nähe fremder Menschen sein kann. Dies verdeutlichten sie zum Beispiel durch einen simulierten Aufzug, in dem die zwölf Teilnehmer auf engstem Raum einige Minuten verbringen mussten. Die Busbegleiter wurden damit für die sogenannte „Comfort Zone“ sensibilisiert. Diese Zone ist der Abstand, den jeder Mensch zu Fremden zunächst unbewusst einhält. In diese Zone sollte man nicht ungebeten eingreifen, lernten die Busbegleiter. So wurde den Begleitern bewusstgemacht,  dass auch gut gemeinte Nähe nicht immer erwünscht ist, da in engen Räumen, oft keine Ausweichmöglichkeiten bestehen. Durch ein freundliches Angebot mit ausreichend Abstand, können Eskalationen aber vermieden und Hilfsbereitschaft signalisiert werden.

Verstärkung gesucht

Die Busbegleitergruppe besteht aus Zwölf Aktiven, die regelmäßig an den Markttagen in den Lippstädter Buslinien unterwegs sind. Bei „Not am Mann“ helfen außerdem zwei Springer aus. Die ehrenamtlichen Senioren benötigen jedoch noch weitere Unterstützung und wünschen sich Verstärkung für die Gruppe. Wer sich für die Tätigkeit interessiert, kann sich im Büro für ehrenamtliches Engagement der Stadt Lippstadt unter 02941/980-681 melden.

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