Auch Aufenthaltstitel für Ausländer jetzt im Kreditkartenformat

Ab dem 1. September 2011 kommt der "elektronische Aufenthaltstitel" für ausländische Mitbürger

05.08.2011 - Lippstadt. Zum 1. September dieses Jahres erhalten auch die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger einen elektronischen Identitätsnachweis. Nachdem bereits im November 2005 der elektronische Reisepass (ePass) und zum 1. November 2010 der neue Personalausweis mit Chipkartenfunktion im Kreditkartenformat eingeführt wurde, erhalten nun auch die in Deutschland gemeldeten Ausländer ein elektronisches Aufenthaltsdokument, den sogenannten elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) mit digitalem Passfoto und Chip. Mit Einführung des eAT im Kreditkartenformat werden der bisherige Aufenthaltstitel (Klebeetikett), die Aufenthalts- und Daueraufenthaltskarte und der Ausweisersatz in Papierform abgelöst.


eAT für 3.000 Ausländische Mitbürger in Lippstadt
Für rund 3.000 der insgesamt 6.300 in Lippstadt lebenden Ausländerinnen und Ausländer wird der neue elektronische Titel die alten Dokumente ersetzen. Nicht betroffen von der Neuregelung sind die sogenannten „EU-Ausländer“.  „Die Neuregelung trifft nicht alle auf einmal. Zurzeit werden aber alle Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthaltstitel schriftlich über die Neuerung informiert, “ erklärt Walter Bertelsmeier, Leiter des Fachdienstes Einwohner- und Ausländerwesen das Vorgehen bei der Stadtverwaltung Lippstadt. Ab Anfang September sind dann für die Ersten jeweils zwei persönliche Termine zur Beantragung und Abholung notwendig. Neben einem biometrischen Foto müssen für den eAT, wie beim deutschen Personalausweis, auch zwei Fingerabdrücke abgegeben werden. Die bisherigen Aufenthaltstitel, die in die jeweiligen ausländischen Reisepässe und Passersatzpapiere eingeklebt wurden, behalten bis zum Ablauf der jeweiligen Pässe ihre Gültigkeit.


Elektronischer Aufenthaltstitel bereits ab dem 6. Lebensjahr

Mit dem neuen elektronischen Titel gehen auch weitere Änderungen einher: So müssen ab September Kinder bereits ab dem 6. Lebensjahr – nicht wie bisher ab dem 16. Lebensjahr – persönlich bei der Ausländerbehörde vorbeikommen. Deshalb wird die Stadtverwaltung für Kinder eine Kindersprechstunde am Montagnachmittag einrichten. Auch ausländische Angehörige eines deutschen Staatsbürgers müssen ab dem 1. September den elektronischen Aufenthaltstitel beantragen und bezahlen. Neu ist außerdem, dass auf dem eAT auch die Wohnadresse zu finden sein wird.

Insgesamt rechnet die Verwaltung mit einem deutlich höheren Arbeitsaufwand und längeren Bearbeitungszeiten zur Einführung des neuen elektronischen Aufenthaltstitels. Die Kosten für den neuen eAT stehen bisher noch nicht abschließend fest. Sie werden aber deutlich über den bisherigen Gebühren liegen.


Der elektronische Aufenthaltstitel (eAT)

Der neue elektronische Aufenthaltstitel besitzt einen Chip im Karteninneren, auf dem zum einen die biometrischen Merkmale (Lichtbild und zwei Fingerabdrücke), Nebenbestimmungen (Auflagen) und die persönlichen Daten gespeichert sind. Zusätzlich enthält der Chip die Möglichkeit einen elektronischen Identitätsnachweis sowie eine qualifizierte elektronische Signatur zu nutzen.

Ziel des neuen eAT ist es, die Aufenthaltstitel der Europäischen Union einheitlich zu gestalten und durch die Nutzung biometrischer Daten den Missbrauch zu verhindern. Für jeden Drittstaatsangehörigen wird ein eigener eAT ausgestellt.


Chip für Online-Kommunikation

Wie der neue Personalausweis dem deutschen Bürger, wird der eAT dem ausländischen Mitbürger außerdem die Möglichkeit der Online-Kommunikation mit Behörden und Verwaltungen eröffnen, um Zeit und Kosten zu sparen. Die Nutzung der Online-Ausweisfunktionen (elektronischer Identitätsnachweis und elektronische Unterschriftsfunktion) ist freiwillig und kann auf Wunsch ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden.


Informationsblatt in 16 Sprachen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet eine Kurzinformation zum neuen elektronische Aufenthaltstitel (eAT) in 16 Sprachen auf Ihrer Internetseite an. Einen Link und weitere Informationen finden Sie auch auf www.lippstadt.de/aufenthaltstitel.

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