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Rollhockeyfeld gemeinsam aufgemöbelt

Der Skatepark am Jahnplatz hat ein neues Gesicht erhalten. In drei Ferienworkshops wurde die ehemalige Rollhockeyfläche neben der bereits vorhandenen Curb-Kombination und dem Wobble durch Flächen, die in Ortbetonbauweise hergestellt wurden, regelrecht „aufgemöbelt“.

 

Auf der 1.200 Quadratmeter großen Asphaltfläche wurden etwa 40 Kubikmeter Beton mit 15 Zentimeter Stärke verbaut. Außerdem komplettieren diverse Betonfertigteile die Anlage und verleihen dieser einen urban streetstyle (innenstadtähnlichen Charakter). DieTeile wurden von der Wadersloher Firma Gödde Beton günstig zur Verfügung gestellt. Für die Realisierung der Anlage hat es von vielen Seiten Unterstützung gegeben. Auch aus der direkten Nachbarschaft gab es Hilfe: Von den Stadtwerken zur Verfügung gestellte Treppengeländer aus dem alten Freibad wurden durch die Metallwerkstatt der INI umgebaut und werden jetzt als Flatrail auf der Anlage verwendet.

 

Die für einen Skatepark zentral gelegene Anlage überzeugt nun durch unterschiedlich hohe Ebenen und Rampen, die durch die Jugendwerkstatt und den Garten- und Landschaftsbaubereich der INI vorbereitet wurden. Die Jugendlichen bauten die Schalung für die Plateaus sowie die Fertigschalung der Obstacles (Hindernisse) auf. Beides war vom Bauunternehmen Eckhard Bunte kostenfrei zur Verfügung gestellt worden. Die professionellen Skateanlagenbauer, die während der Bauzeit für jeweils eine Woche anrückten, brachten den Fertigbeton mit Unterstützung der INI in die passende Form und verliehen ihm mit viel Fleißarbeit den letzten Schliff.

 

Die Lippstädter Skateboard- und BMX-Szene konnte die Entstehung „ihrer“ Anlage vor Ort mitverfolgen. Regelmäßig wurden sie über den aktuellen Stand der Planung und Baumaßnahme durch die Koordinierungsstelle Sport informiert. Neben der ersten Planvorstellung im Jahr 2012 auf der alten Skateanlage und einer Postkartenaktion im Frühjahr 2013, bei der die Lippstädter Skater Anregungen und Wünsche äußerten, konnten auch im laufenden Bauprozess kurzfristig Ideen eingebracht werden. Durch die Ortbetonbauweise waren die Skateanlagenbauer so flexibel, dass kleinere Anregungen oder Korrekturen der sogenannten „Locals“ (Lippstädter Skater) direkt umgesetzt werden konnten. Außerdem hatten die Locals die Möglichkeit direkt mit anzupacken, da die Workshops in den Ferien stattfanden.

 

Bei den Erd- und Bodenarbeiten an der Anlage sowie für unvorhersehbare kurzfristige Einsätze stand der Baubetriebshof der Stadt Lippstadt immer zur Verfügung. Der Einsatz dieser vielen Gruppen hat ein Projekt entstehen lassen, das fast einem DIY-Projekt (Do It Yourself) ähnelt.  Auch die Kosten werden auf mehreren Schultern verteilt. Neben den Mitteln der Stadt Lippstadt beteiligen sich die Karl Bröcker Stiftung sowie der Dr. Arnold Hueck-Stiftung mit jeweils 7.500 Euro an der Gesamtmaßnahme.

 

In 2014 wurdel noch ein kleinerer Bauabschnitt umgesetzt, bei dem die Lippstädter Skateboard- und BMX-Szene wieder frühzeitig eingebunden wurde. Dadurch ist in Lippstadt ein Skatepark entstanden, der einen eigenen individuellen Charakter besitzt und sowohl die alte Skateanlage als auch das vorhandene Gelände mit einbezieht. Erfahrene und auch ungeübte Skater können dann ihre Tricks – zum Beispiel am Kink-Ledge oder London Gap - ungestört einüben oder perfektionieren.

Der neu erstellte Skateplatz am Jahnplatz bietet nun auch den Graffiti-Künstlern eine Bühne.