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A place to ride - Skatepark in Lippstadt

Skatepark am Harkortweg wird gepimpt

Wer selbst einmal Skateboard gefahren ist, oder noch fährt, kennt das ja...mangels nicht vorhandenem Skatepark, baut man sich aus irgendeinem Material halbwegs brauchbare Obstacles (Hindernis für Skateboarder) und versucht das Zeug zu skaten, in erster Linie um Spaß zu haben. Oder der vorhandene Skatepark ist alt und zudem noch viel zu klein um neue, krasse moves (jd. bewegt sich) zu testen und an sein Limit zu kommen. Einfach keine Herausforderung mehr für die Locals.

Die Skater-Szene in Lippstadt besteht schon seit Jahren und äußerte schon seit längerem den Wunsch nach einer Erneuerung oder Überarbeitung der alten Skateanlage am Harkortweg. Der Obstacle-Bestand ist sehr überschaubar und bietet den leidenschaftlichen Skatern in Lippstadt einfach keinen Kick mehr.
Dieses Problem war auch der Stadt bekannt. Bürgermeister Sommer wusste um den hohen Bedarf bei den Skatern, weil diese immer wieder zu ihm in die Sprechstunden kamen und das Problem ansprachen, sich aktiv dafür einsetzten. Doch Skateanlagen kosten richtig Geld, da war es gut, dass eine Erweiterungsfläche vorhanden war.  Unterhalb der alten Skateanlage lag das asphaltierte Rollhockeyfeld, welches aber schon lange nicht mehr von den Jugendlichen angenommen wurde. Der städtische Baubetriebshof montierte kurzerhand die Banden ab, so dass der neue Spot (Platz zum Skaten) um diese Fläche erweitert wird. Später soll diese über eine Downhillstrecke (Abfahrt) erreicht werden. Somit wird nicht die Umgebung dem Park angepasst sondern der Park der Umgebung, wodurch ein ganz individueller Spot entsteht der einfach gefahren werden muss.

Der Koordinierungsstelle Sport mit der Idee einen großen Skatepark an der Stelle des alten Rollhockeyfeldes zu bauen, gelang es, den FD 51, Jugend- und Familienarbeit in die Planungen mit einzubeziehen. Außerdem konnte schon im Vorfeld die INI als Partner gewonnen werden. Die Jugendlichen aus den verschiedenen Werkstätten spielen bei der Realisierung des neuen Skateparks eine wichtige Rolle, da sie den größten Teil der neuen Obstacles aus Beton anfertigen sollen. Dadurch können sie Erfahrungen für ihre spätere berufliche Zukunft sammeln und gleichzeitig wird durch die Eigenleistung der INI-Jugend und der Skater der Kostenberg in den vorgegeben Grenzen gehalten. Durch die Kontakte des FD Jugend- und Familienarbeit konnten zwei Stiftungen von dem Konzept überzeugt werden. Die Dr. Arnold Hueck- Stiftung und die Karl Bröcker Stiftung beteiligen sich mit jeweils 7.500 € an den Gesamtkosten. Weitere 45.000 € konnten aus der Sportpauschale der Stadt Lippstadt generiert werden. Es stehen nun 60.000 € zur Verfügung, nicht viel für ein solches Projekt aber es wird reichen.
Und mal wieder wurde deutlich, dass eine gute Sache entstehen kann, wenn ein paar Leute, ausgestattet mit einer Menge Herzblut, an einem Strang ziehen. Die Entstehung des ersten Do It Yourself -D.I.Y. Spot in Lippstadt hatte begonnen!

Unterstützung bei der Planung des neuen Spots kam vom Architekten Dirk Lücke vom Studio L2. „Es gibt genügend schlechte Skateparks, da ist es gut, dass man mich mal fragt", sagt Dirk Lücke, der selbst seit 30 Jahren Skater ist und sich in der Szene sehr gut auskennt. „Die Trends und Ansprüche ändern sich ständig", erklärt er, „da muss man als Planer flexibel bleiben und Neues ausprobieren, um den Jugendlichen ein wirklich einzigartiges Skate-Erlebnis zu bieten."
So soll in Lippstadt eine Funsportanlage entstehen, die eine Mehrfachnutzung mit Sportgeräten wie Skateboard, Inliner, Cityroller, Waveboard und BMX-Rädern ermöglicht.
Bei den Entwürfen für den neuen Park werden die Locals (hiesige Skater) natürlich mit einbezogen, schließlich soll das ganze ja ein D.I.Y-Spot bleiben. Bei einem Ortstermin wurde die Location zunächst gecheckt, dann stellte Dirk Lücke sein Konzept für den Spot vor und jeder konnte Ideen und Anregungen mit einbringen. Der Architekt versucht so gut es geht diese auch miteinzubeziehen und umzusetzen. Dass die Einbringung der Skater und Jugendlichen in den Planungsprozess wichtig ist und später auch für eine höhere Akzeptanz der Anlage sorgt, da sind sich die Koordinierungsstelle Sport und das Jugend- und Familienbüro der Stadt Lippstadt einig.

Ein solches Projekt bietet natürlich viel mehr Freiheiten, als ein standard - komplett durchgeplanter - Park. Beim Bau der Anlage entstehen neue Ideen, die dann entgegen erster Planungen umgesetzt werden. Do It Yourself - D.I.Y. ist hier die Devise. Ohne die tatkräftige Unterstützung der INI-Jugend und der Locals kann die Maßnahme nicht umgesetzt werden. Gebaut werden unter fachmännischer Anleitung neue Obstacles, die nicht easy und langweilig werden. Es soll für jeden und für alle etwas dabei sein - vom Anfänger bis zum leidenschaftlichen Skater, der die Herausforderung sucht.

Die Aussicht auf das Endergebnis, der ganz eigene Skatepark, motiviert. Da sind alle bereit Muskelschmalz zu investieren und alles zu geben. Bereits mit der ersten Mische am 21.03.2012 wurde von den Jugendlichen der INI und dem Architekten Dirk Lücke ein mobiles Skate-Element erstellt. Er konnte Arbeitsschritte, Techniken, Tricks und seine Erfahrungen an die Jugendlichen weitergeben. Dadurch steht der Realisierung nichts mehr im Weg - alle sind eingearbeitet und wissen jetzt wie´s geht. Das Projekt - ein Skatepark am Harkortweg - wird in drei Bauabschnitten, verteilt über drei Jahre umgesetzt. Da ist Durchhalten angesagt - doch Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.