Mit Hilfe von Blau- und Kohlmeise gegen die Miniermotte

Braun gefärbte Blätter der weißblühenden Rosskastanie prägen seit vielen Jahren im Hoch- und Spätsommer das Straßenbild. Auslöser ist die Kastanienminiermotte, deren Larven durch ihre Fraßtätigkeit die Wasserversorgung der Blätter unterbrechen und somit zum Absterben dieser führen. Durch den frühzeitigen Laubverlust können die Rosskastanien nicht mehr wie gewohnt Fotosynthese betreiben und verlieren so ihre stadtökologische Funktion. Außerdem verbrauchen die Kastanien sehr viel Energie, die der Baum normalerweise für sein Wachstum benötigt. Entscheidend für die Mottenentwicklung ist insbesondere die Anzahl der Puppen, die im Falllaub des Baumes überwintern. Deshalb kann der Schädling am effektivsten bekämpftwerden, wenn das Laub gründlich entfernt wird. Der Befall tritt im nächsten Jahr deutlich später ein, die Blätter bleiben länger grün und der Baum kann die Schäden insgesamt besser verkraften. Wichtig ist dabei, dass das Kastanienlaub einer fachgerechten Kompostierung zugeführt wird. Daher sollten Baumeigentümer das Kastanienlaub von Privatflächen unbedingt in der Biotonne entsorgen. Nur in den öffentlichen Kompostierungsanlagen werden Termperaturen erreicht, die die Puppen abtöten. Eine einfache Kompostierung im Garten reicht hier nicht aus.

Darüber hinaus wurden schon vor Jahren z.B. mit den Anwohnern des Kastanienweges Nistkästen für Blau- und Kohlmeisen angebracht. Über die Jahre wurden diese von den Meisen gut angenommen. Die Meisen picken die Larven von den Blättern bzw. schnappen sich die Motten und tragen somit zur biologischen Reduzierung des Befalls bei. Auch durch die aktuelle Spende eines Lippstäder Bürgers während der letzten Laubsammelaktion der Friedrichschule und des Ostendorf-Gymnasiums am 09.11.2012 konnten nunmehr zusätzliche Meisenkästen angeschafft werden, die im Stadtgebiet im Bereich von Kastanienbäumen aufgehängt werden.