Flüsse und Kanäle in Lippstadt

Die Lippe

Die Lippe entspringt als Karstquelle in Bad Lippspringe am Westhang des Eggegebirges und mündet nach 214 km bei Wesel in den Rhein.

In das Stadtgebiet Lippstadt tritt sie im Osten bei Rebbeke/Garfeln ein und durchfließt es in Ost-West Richtung. Nach ca. 26 Kilometer verlässt sie es westlich von Eickelborn wieder, nachdem sie einige Kilometer als Grenzfluss zur Stadt Wadersloh fließt.

Im Stadtgebiet münden unter anderem die Weihe, der Gieselerbach, Glenne und der Scheinebach in die Lippe.

 

Ab 1826 war die Lippe von der Mündung in den Rhein bis Lippstadt durchgängig schiffbar. Im Jahr 1854 wurde die „Rhein- und Lippe Schleppschifffahrts-Gesellschaft“ gegründet. Diese verfügte über drei Dampfschlepper sowie sechs größere und neun kleinere Schiffe für den Verkehr auf der Lippe. Der schlechte Ausbau des Flusses und die nicht ausgereifte Technik der Schiffe verhinderten einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb und die Gesellschaft wurde 1856 wieder aufgelöst. Im 20.Jh. wurde die Schifffahrt auf den Kanälen entlang des Flusses wieder aufgenommen.

 

In den letzten Jahren wird im westlichen Stadtgebiet verstärkt versucht die Lippe aus ihrem befestigten Korsett zu befreien. Die Renaturierung wird im Rahmen des Lippeauenprogramms durchgeführt. Im Bereich Klostermersch bei Lippstadt-Benninghausen wurde 1997 bereits der erste Schritt gemacht. Es folgte die Hellinghäuser Mersch. Dort ist die Lippe jetzt wieder breit und flach. Sie prägt ihr Bett wieder selbst. Jährliche Überflutungen der Aue sorgen dafür, dass der auentypische Wechsel zwischen Überfluten und Trockenfallen, zwischen Zerstören und Aufbauen, wieder funktioniert. Erste Erfolge sind sichtbar: seltene Fischarten wie die Nase vermehren sich stark, Eisvögel und Störche brüten erfolgreich. 

Boker-Heide-Kanal

Zwischen Paderborn und Lippstadt verläuft parallel zur Lippe der Boker-Heide-Kanal.

Westlich von Schloss Neuhaus hinter dem Zusammenfluss von Lippe und Alme beginnt er und mündet westlich von Cappel in die Glenne.

Er ist 32 km lang und wurde 1853 als Bewässerungskanal in Betrieb genommen. Dadurch sollte die trockene Sennelandschaft um die Ortschaft Boke durch gezielte Bewässerung in nutzbare landwirtschaftliche Flächen verwandelt werden. Die Bauzeit für den Kanal dauerte drei Jahre.

Heute wird der Kanal vom Wasser- und Bodenverband Boker-Heide betrieben und ist ein bedeutendes westfälisches Kulturdenkmal mit seinen 16 Wehranlagen. Die langen Baumreihen entlang des Kanals sowie die Schleusenanlagen prägen das Landschaftsbild nördlich der Lippe. Rad- und Kanufahrer nutzen den Boker-Heide-Kanal zur Freizeitgestaltung und der Grundwasserstand wird heute noch durch ihn reguliert. Seine eigentliche Bedeutung als Bewässerungskanal hat er längst verloren.

Schifffahrtskanal

Schon in der Römerzeit wurde die Lippe als Transportweg genutzt. Diese Nutzung war jedoch wegen ihrer geringen Wasserführung und infolge von Sand- und Mergelbänken nur eingeschränkt möglich.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Lippe unterhalb von Lippstadt durch den Bau von Schleusen an den vorhandenen Stauanlagen als Schifffahrtsweg ausgebaut.

Da im nördlichen Stadtgebiet, im Bereich der Lippstädter Mühlen, der Bau von Schleusen nicht möglich war, wurde der Schifffahrtskanal gebaut und 1830 in Betrieb genommen. Doch schon bald kam der Schiffsverkehr durch die rasche Entwicklung der Eisenbahn als Massentransportmittel wieder zum Erliegen.
Der Schifffahrtskanal dient heute überwiegend der Wasserabführung bei Hochwasser.
Textquelle: Staatliche Umweltamt

Nördliche und Südliche Umflut

Zwei der vier prägenden Wasserlinien stellen die nördliche und die südliche Umflut dar.
Während die nördliche Umflut, aus wasserwirtschaftlichen Gründen (Hochwasserabfluss) heute noch wichtige Funktionen übernimmt, hat die südliche Umflut nur noch historische Bedeutung. Sie wurde in Verbindung mit Festungsanlagen errichtet. Ihr sternförmiger Verlauf ist heute noch auf dem Stadtplan erkennbar.

Lippe Hochwasser

Hier erhalten Sie Informationen zum derzeit festgestellten Überschwemmungsgebiet der Lippe und zur Überschwemmungsgebietsverordnung "Lippe".