Gewalt gegen Frauen

Was ist häusliche Gewalt?

Häusliche Gewalt ist jede Form von Beziehungsgewalt, die in der privaten Sphäre - im Gegensatz zum öffentlichen Raum - stattfindet. Opfer sind überwiegend Frauen und Kinder, aber auch ältere Menschen. Gegenüber diesen in der häuslichen Gemeinschaft lebenden Personen wird Gewalt zur Durchsetzung eigener Interessen angewendet.

Häusliche Gewalt:

  • ist körperliche oder psychische Misshandlung
  • findet da statt, wo man sich eigentlich sicher und geborgen fühlen sollte
  • geht oft schleichend vor sich, es können z. B. Demütigungen sowie die damit verbundenen Folgen für die Opfer stetig zunehmen.
  • betrifft überwiegend Frauen und Kinder
  • ist keine Privatsache sondern eine öffentliche Angelegenheit

Formen häuslicher Gewalt sind z. B.: 

  • Schläge, Tritte
  • sexualisierte Gewalt
  • Erniedrigungen, Bloßstellungen
  • Einsperren, soziale Isolation
  • Erpressung, Bedrohung

 

SIE müssen Gewalt nicht hinnehmen!
SIE sind nicht schutz- und rechtlos!

Akute häusliche Gewalt - was tun?

Wenn Sie misshandelt, bedroht oder beleidigt werden, handeln Sie!
Warten Sie nicht bis Sie Demütungen und Verletzungen erlitten haben.
Rufen Sie in einer akuten Gefahrensituation sofort die POLIZEI über den Notruf 110!
Die Polizei ist zu Ihrem Schutz da und hat verschiedene Möglichkeiten, gegen den Täter vorzugehen. Sie kann z. B. den Täter aus der Wohnung verweisen und ein Rückkehrverbot für einen Zeitraum von 10 Tagen aussprechen. Diese Maßnahmen stehen unter dem Motto:

"Der Täter geht - das Opfer bleibt!"

In diesen 10 Tagen haben Sie die Möglichkeit, persönliche und familiäre Angelegenheiten zu klären. Dazu können Sie die Hilfe der aufgeführten Institutionen in Anspruch nehmen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, beim Amtsgericht einen Antrag auf zivilrechtlichen Schutz zu stellen.

In Betracht kommen gerichtliche Anordnungen zum Schutz der Persönlichkeit. Das bedeutet, dass der Täter sich Ihnen nicht mehr nähern darf oder dass die gemeinsam genutzte Wohnung Ihnen zugewiesen wird.

Hierzu sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Bei geringem Einkommen beantragt der Anwalt oder die Anwältin für Sie Beratungs- bzw. Prozesskostenhilfe.

Auszug aus der Wohnung - wohin?

Wenn Sie nicht in Ihrer Wohnung bleiben und auch bei Verwandten oder Bekannten bleiben können oder möchten, haben Sie die Möglichkeit, die Hilfe eines Frauenhauses in Anspruch zu nehmen. Dort finden Sie und Ihre Kinder rund um die Uhr

  • Unterkunft und Schutz,
  • kostenlose fachkundige Beratung,  
  • Unterstützung bei der weitern Lebensplanung.  


Ferner besteht die Möglichkeit, Schutz in der Lippstädter Frauennotwohnung zu erhalten.

Sicherheit hat Vorrang - was tun?

Schon beim ersten Anzeichen häuslicher Gewalt sollten Sie an Ihre Sicherheit denken und Vorkehrungen zu Ihrem Schutz und ggf. dem Schutz Ihrer Kinder treffen. Tun Sie alles, was Ihr persönliches Sicherheitsgefühl erhöht.

  • Pflegen Sie Kontakte zu Ihren Nachbarn/Bekannten!
  • Ziehen Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt ins Vertrauen und lassen Sie sich erlittene Verletzungen bescheinigen und dokumentieren!
  • Speichern Sie die Notrufnummer 110 der Polizei und die von Vertrauenspersonen in Ihr Telefon und/oder Handy ein!
  • Verlassen Sie mit Ihren Kindern die Wohnung, wenn Sie Gewalttaten befürchten oder sich bedroht fühlen!
  • Hinterlegen Sie Kopien von wichtigen Unterlagen bei einer Person Ihres Vertrauens!

Wo gibt es Hilfe?

Rund um die Uhr erreichbare Hilfe

Polizei Notruf                                                  110
 
Frauenhaus Soest                                           02921/ 17585

Hilfetelefon 
Gewalt gegen Frauen                                       08000/ 116 016         

Telefonseelsorge                                             0800/ 111 01 111
                                                                     0800/ 111 02 222

 

Downloads zu dieser Seite:
Faltblatt: "Gewalt gegen Frauen und Kinder - Hilfsangebote in Lippstadt"      [pdf, 139,79 Kilobyte]

Diese Notfallkarte wurde von der Kooperationsrunde "Für Kinderschutz und gegen häusliche Gewalt Lippstadt' herausgegeben. Stand: November 2015

Benötigen Sie weitergehende Hilfe?      [pdf, 41,02 Kilobyte]

Die genannten Institutionen und Verbände verpflichten sich, Sie in Fällen häuslicher Gewalt zu beraten, zu begleiten und vermitteln Sie, falls gewünscht, an entsprechende andere Einrichtungen.

Das Faltblatt wurde von der 'Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt in Lippstadt' herausgegeben.

Faltblatt "STALKING Grenzenlose Belästigung ...und was Sie dagegen tun können"      [pdf, 125,93 Kilobyte]

Diese anhängende Broschüre im pdf-Format beinhaltet Informationen rund um das Thema "Stalking" sowie konkrete Hilfestellungen für Betroffene.
Herausgeber dieser Informationsbroschüre ist die Kooperationsrunde 'gegen häusliche Gewalt', Lippstadt.
Das Faltblatt wird aus Mitteln des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Faltblatt: "Häusliche Gewalt - Gewalt in Beziehungen"      [pdf, 438,22 Kilobyte]

Das pdf-Dokument beinhaltet Informationen über "Häusliche Gewalt" und "weitergehende Hilfe vor Ort" in der polnischen, russischen und türkischen Sprache.
Durch die Lesezeichen im Dokument gelangen Sie auf das von Ihnen gewünschte Dokument.

Das Faltblatt wurde herausgegeben von der 'Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt in Lippstadt".

Hilfemöglichkeiten des Frauenhauses Soest      [pdf, 16,02 Kilobyte]
Hilfemöglichkeiten der Polizeibehörde      [pdf, 31,73 Kilobyte]
Aktivitäten der 'Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt in Lippstadt'      [pdf, 13,07 Kilobyte]

Unter diesem Download erhalten Sie die Aktivitäten der 'Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt in Lippstadt' seit Juli 2003.

"Hilfen bei häuslicher Gewalt - Dokumentationsunterlagen für Ärzte", hier für: ERWACHSENE      [pdf, 40,66 Kilobyte]

Bei den zwei o. a. Downloads handelt es sich um Dokumentationsbögen für Ärztinnen, Ärzte und Krankenhäuser. Diese Bögen sind kurz und knapp gehalten und verursachen nur einen geringen Mehraufwand, können aber einen gerichtsrelevanten Beweis darstellen, wenn sich das Opfer -auch zu einem späteren Zeitpunkt- zur Anzeige entschließt. Die ausgefüllten Bögen verbleiben bei den ärztlichen Unterlagen und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht - das Opfer bestimmt, was mit der Dokumentation passiert.