Frauen in der Stadtgeschichte - Frauenstraßennamen in Lippstadt

Die Broschüre „Auf den Spuren der Frauen - Frauenstraßenamen in Lippstadt" ist ab sofort kostenlos im Stadthaus, in der Stadtinformation im Rathaus und im Stadtarchiv erhältlich. Die Stadtinformation im Rathaus gibt die Broschüren zukünftig auch für ihre Frauenstadtführungen aus. Der Arbeitskreis „Frauengeschichte" hat für die Broschüre recherchiert, welche Frauen sich hinter den verschiedenen Straßenamen in Lippstadt verbergen und wann die Benennung der Straßen erfolgte.

Die Recherchen förderten Bekanntes, aber auch Überraschendes zu Tage: So ist die Namensgeberin des Viktoria-Luise-Weg gar nicht wirklich die preußische Prinzessin, sondern ein Zeppelin mit dem Namen „Viktoria Luise", der im Jahr 1912 in Bad Waldliesborn landete, verriet Dr. Claudia Becker vom Stadtarchiv, die gemeinsam mit der Gleichstellungstelle der Stadt Lippstadt bei der Erstellung der Broschüre mitwirkte.

Insgesamt 26 Straßen nehmen in Lippstadt Bezug auf Frauen oder tragen einen Frauennamen. Einige mehr könnten es noch sein, findet Gleichstellungsbeauftragte Daniela Franken von der Stadt Lippstadt: „Es gibt über 1000 Straßen in Lippstadt. Ungefähr 220 Straßen sind nach Männern benannt. Im Vergleich dazu ist der Anteil von Frauenstraßennamen eher gering". Grund genug, dass sich der Gleichstellungsbeirat 2013 mit der „Lippstädter Straßenbenennung im Geschlechterverhältnis" auseinandersetzte und eine Empfehlung an den Schul-und Kulturausschuss aussprach. Dieses Anliegen fand Eingang in die neuen „Richtlinien für die Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen im Gebiet der Stadt Lippstadt", die seit Februar 2014 in Kraft sind. Bereits im September 2014 erhielten deshalb drei Straßen die Namen von Frauen, darunter die Meyenbergstraße im neuen Wohngebiet Goethestraße Nord. Maria Regina Meyenberg, die erste schriftlich belegte Lehrerin für Mädchen in Lippstadt, ist hier die Namenspatin.

Angeregt von den Diskussionen in den verschiedenen Gremien startete der Arbeitskreis „Frauengeschichte" 2013 das Projekt „Frauenstraßennamen". Der 2003 von der Gleichstellungstelle und dem Stadtarchiv gegründete Arbeitskreis will die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in der lokalen Geschichtsschreibung stärker in den Fokus rücken.

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